„Fachempfehlung Motorkettensägenarbeiten der Feuerwehren in Brandenburg“

Baumfällung mit Motorkettensäge

Die Arbeit mit Motorkettensägen gehört heute zu den häufig vorkommenden Tätigkeiten im Feuerwehrdienst, insbesondere im Bereich der technischen Hilfeleistung nach Sturmereignissen oder bei Gefahrenlagen durch umgestürzte oder beschädigte Bäume. Gleichzeitig zählen Motorkettensägen zu den gefährlichsten Arbeitsmitteln im Einsatzgeschehen. Vor diesem Hintergrund haben das Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, die Landesschule und Technische Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz (LSTE) sowie die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg (FUK BB) eine gemeinsame Fachempfehlung für Motorkettensägenarbeiten in den Feuerwehren veröffentlicht. Ziel dieser Empfehlung ist es, eine einheitliche Orientierung für Ausbildung, Qualifikation und sichere Anwendung im Feuerwehrdienst zu schaffen und damit Sicherheit und Gesundheit der Einsatzkräfte und Feuerwehrangehörigen nachhaltig zu stärken. 

Ein zentraler Hintergrund der Fachempfehlung ist die zunehmende Bedeutung von Motorkettensägen im Einsatzalltag der Feuerwehren. Durch häufiger auftretende Extremwetterereignisse entstehen vermehrt Einsatzlagen, bei denen Bäume entfernt, Gebäudeteile geöffnet oder Gefahrenstellen beseitigt werden müssen. Der Einsatz solcher Geräte erfordert jedoch spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten, die über die reguläre Feuerwehrgrundausbildung hinausgehen. In der Truppmannausbildung werden zwar grundlegende Gefahren im Zusammenhang mit Motorkettensägen vermittelt, jedoch keine ausreichenden praktischen Fertigkeiten zum sicheren Arbeiten mit diesem Werkzeug. Daher besteht ein besonderer Bedarf an weiterführenden und praxisorientierten Lehrgängen zur fachlichen Befähigung. 

Die sichere Schutzausrüstung für sicheres Arbeiten

Die Fachempfehlung beschreibt hierfür ein strukturiertes Ausbildungssystem mit mehreren Modulen. Das zentrale Modul stellt das Modul F dar, das speziell auf Motorkettensägenarbeiten im Feuerwehreinsatz ausgerichtet ist. Diese Ausbildung umfasst mindestens 40 Unterrichtseinheiten und verbindet theoretische Grundlagen mit intensiven praktischen Übungen. Inhalte sind unter anderem Gefährdungsbeurteilungen, verschiedene Schnitttechniken, das Arbeiten unter Einsatzbedingungen sowie der Umgang mit Spannungen im Holz. Ergänzend existiert mit dem Modul F(K) eine Spezialausbildung für Arbeiten mit Motorkettensägen aus Rettungs- oder Arbeitskörben von Hubrettungsfahrzeugen. Zusätzlich kann ein Modul für Rettungssägen und Trennschleifer absolviert werden. Dieses modulare Ausbildungssystem ermöglicht eine zielgerichtete Qualifikation der Einsatzkräfte entsprechend ihrer späteren Einsatzaufgaben. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Fachempfehlung liegt auf der Qualifikation der Ausbilder. Um eine qualitativ hochwertige Ausbildung sicherzustellen, müssen Ausbilder über umfangreiche praktische Erfahrung im Umgang mit Motorkettensägen verfügen und zusätzlich über pädagogische Fähigkeiten zur Wissensvermittlung. Darüber hinaus wird ein regelmäßiger Kompetenznachweis gefordert, etwa durch wiederkehrende Fortbildungen und aktive Ausbildungstätigkeit. Diese Anforderungen tragen dazu bei, dass Ausbildungsinhalte fachlich korrekt vermittelt und aktuelle sicherheitstechnische Erkenntnisse berücksichtigt werden. 

Neben der Ausbildung betont die Fachempfehlung auch die Bedeutung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung und organisatorischer Maßnahmen. Motorkettensägenarbeiten sind mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden, weshalb der Einsatz spezieller Schutzkleidung wie Schnittschutzbekleidung, Helm mit Gesichts- und Gehörschutz sowie geeigneter Handschuhe notwendig ist. Ebenso wichtig sind regelmäßige Wartung und Überprüfung der eingesetzten Geräte sowie eine sorgfältige Einsatzplanung und Gefährdungsbeurteilung vor Beginn der Arbeiten. 

Aus Sicht der Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg leistet die Fachempfehlung damit einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten im Feuerwehrdienst. Durch klare Anforderungen an Ausbildung, Ausrüstung und Organisation werden Risiken reduziert und Handlungssicherheit für Einsatzkräfte sowie Aufgabenträger geschaffen. Gleichzeitig unterstützt die Empfehlung die Feuerwehren dabei, ihre Einsatzfähigkeit auch bei komplexen technischen Hilfeleistungen aufrechtzuerhalten.

Insgesamt stellt die „Fachempfehlung Motorkettensägenarbeiten der Feuerwehren in Brandenburg“ ein wichtiges Instrument zur Förderung von Sicherheit und Gesundheit im Feuerwehrdienst dar. Sie verbindet praxisnahe Ausbildungsinhalte mit präventiven Maßnahmen des Arbeitsschutzes und trägt damit maßgeblich dazu bei, dass gefährliche Arbeiten mit Motorkettensägen im Einsatz professionell, sicher und verantwortungsbewusst durchgeführt werden können.