1. Atemschutzübungsanlagen

Verschiedene Fragen zum Betreiben von Atemschutzübungsanlagen der Feuerwehren sind im Downloadbereich zu finden:

  • Hinweise zu Atemschutzübungsanlagen
  • Abbruchkriterien beim Übungslauf
  • Belastungsempfehlungen bei G 26 – Untersuchung
  • Fragebogen vor dem Übungslauf
  • Kontraindikationen Belastungsübung

2. Absturzsicherung der Feuerwehr beim Räumen von Dächern

Wie müssen sich Feuerwehrleute bei der Schneebeseitigung von Dächern gegen Absturz schützen?

In den letzten Jahren hatte auch in Brandenburg der Winter vehement Einzug gehalten. Auch hier lasteten gewaltige Schneemassen auf den Dächern. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und andere Freiwillige werden häufig von den Kommunen, Organisationen und Betrieben angefordert, um einsturzgefährdete Dächer vom Schnee zu befreien. Dabei ist es meist gar nicht die Aufgabe der Feuerwehren, hier entsprechend BbgBKG tätig zu werden. Vielmehr sollten dazu professionelle Firmen eingesetzt werden.

Im Falle eines Unfalls sind die Feuerwehrangehörigen bei der Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg gesetzlich unfallversichert.

Aber wichtiger ist es, Unfälle zu verhüten. Und: Eigenschutz geht auch hier vor Sachwerteschutz! Um Unfälle zu verhüten ist bei allen Arbeiten auf Dächern sicherzustellen, dass ein Abstürzen oder Abrutschen der Helfer verhindert werden. Dächer mit Durchbruch- beziehungsweise Absturzgefahr dürfen nur mit ausreichenden Sicherungsmaßnahmen betreten werden.

Das gilt auch für Flachdächer und deren Kanten, die einen sicheren Eindruck erwecken. Gefahren stellen hier auch unter Schnee verborgene Glaskuppeln oder Fenster wegen eines möglichen Durchbruchs dar. Deshalb ist es besonders wichtig, sich vor einem Einsatz auf dem Dach über die örtlichen Gegebenheiten zu informieren. Eine genaue „Lageerkundung“ ist auch hier wie bei jedem Feuerwehreinsatz unerlässlich. Die Gebäudeeigentümer und ggf. auch Statiker sind vor dem Betreten der Dächer hinzu zu ziehen.

Als Sicherungsmaßnahmen bei Arbeiten auf Dächern kommen folgende in Betracht:

Schutz gegen Absturz

Eine Sicherungsmaßnahme für Feuerwehrleute gegen Absturz ist die zur speziellen persönlichen Schutzausrüstung gehörende Feuerwehrleine. Sie ist eine Halteleine und so einzusetzen, dass die Feuerwehrangehörigen bei stets straff zu haltender Leine (z. B. über einen auf der gleichen oder einen höheren Ebene befindlichen zweiten Feuerwehrmann) vor dem Fallen oder das Abrutschen bewahrt werden. Die Sicherungsleine ist stets straff zu halten, damit ein Fallen in diese Leine ausgeschlossen ist. Der Sichernde muss sich selbst natürlich auch an einem Anschlagpunkte sichern.

Schutz bei Absturz

Zum Schutz bei Absturz sind Auffangsysteme einzusetzen. Geeignet sind z. B. der Gerätesatz Absturzsicherung nach DIN 14900-17 - ein Kernmantel-Dynamikseil und Sicherheitsgeschirr (Auffanggurt) - oder ein Verbindungsseil mit Falldämpfer und Auffanggurt oder ein Höhensicherungsgerät kombiniert mit einem Auffanggurt. Diese Systeme lassen sich nur anwenden, wenn auch geeignete Anschlagpunkte vorhanden sind. Alternativ könnten dazu auch die bei einigen Feuerwehren vorhandenen Drehleiterfahrzeuge eingesetzt werden.

3. Bauarbeiten

Dürfen Feuerwehrangehörige zu Bauarbeiten am eigenen Feuerwehrhaus herangezogen werden?

Bei der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte ist deren Befähigung für die Aufgabenerfüllung hinsichtlich der für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen zu berücksichtigen (Auswahlverantwortung des Trägers des Brandschutzes nach § 7 UVV GUV-V A 1). Wir empfehlen daher die Beauftragung einer Fachfirma, unter deren Anleitung die Feuerwehrangehörigen ausgewählte Aufgaben und Zuarbeiten durchführen. Einfache Arbeiten (z. B. Malerarbeiten) können dagegen von fachkundigem Personal in Eigenregie übernommen werden.

4. Beschaffung von Technik

Was ist bei der Beschaffung von Technik für die Feuerwehren zu beachten?

Zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Ziele der Europäischen Gemeinschaft (freier Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehr) innerhalb der EU gibt sie zur Vermeidung von Handelshemmnissen vor, welchen Sicherheitsanforderungen innerhalb der EU hergestellte oder in die EU eingeführte Waren genügen müssen. Diese Sicherheitsanforderungen werden in europäischen Richtlinien festgeschrieben. Die Mitgliedsländer der EU müssen die Vorgaben dieser Richtlinien 1:1 in ihr nationales Recht umsetzen. Sie dürfen keine darüber hinausgehenden Anforderungen an die Beschaffenheit der Technik formulieren. Für die größte Zahl der Produkte müssen europäische Hersteller oder Einführer von Waren in den europäischen Wirtschaftsbereich selbst nachweisen, dass die Vorgaben der europäischen Richtlinien eingehalten sind: Selbstzertifizierung mit am Produkt deutlich angebrachtem CE-Zeichen.

Um den Herstellern bei der Entwicklung ihrer Produkte Hilfestellung zu geben, werden mit Mandat der Europäischen Kommission europäische Normen entwickelt, die in das jeweilige nationale Regelwerk übernommen werden können (z. B. DIN EN als allgemein anerkannte Regeln der Technik in Deutschland). Berücksichtigen die Hersteller derartige Produktnormen (Typ C) beim Bau ihrer Produkte, ist gewährleistet, dass diese Produkte die Sicherheitsanforderungen der zutreffenden europäischen Richtlinien einhalten.

Die Mitgliedsländer der EG dürfen zur Vermeidung von Handelshemmnissen keine über die Anforderungen der europäischen Richtlinien hinausgehenden Anforderungen an die Technik stellen. Sie dürfen aber vorgeben, dass die Produktbeschreibungen bestimmter Normen eingehalten werden. Damit stellen sie keine höheren Anforderungen, als in den europäischen Richtlinien beschrieben.

Somit darf das Land im Interesse der Einheitlichkeit z. B. fordern, dass Aufgabenträger Brandschutz Kleidung nach DIN EN 469, Handschuhe nach DIN EN 659 beschaffen.

Für viele technischen Produkte der Feuerwehren gibt es bereits harmonisierte europäische Normen. Herstellern muss vom Käufer der Nachweis (angebracht am Produkt) abverlangt werden, dass das Produkt die Anforderungen der entsprechenden Norm erfüllt und durch ein angebrachtes CE-Zeichen gleichzeitig auch die Schutzziele der entsprechenden europäischen Richtlinie.

5. Brillen für Atemschutzträger oder für Kraftfahrer

Übernimmt die FUK die Kosten für die Beschaffung von Maskenbrillen oder Brillen für Kraftfahrer?

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§14 UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53)). Der Aufgabenträger Brandschutz hat den zu untersuchenden Personenkreis zu bestimmen, die vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen zu organisieren und zu überwachen und deren Ergebnisse auszuwerten sowie ggf. Schlussfolgerungen (Einsatzbeschränkungen, Nachuntersuchungsfristen, bestimmte Voraussetzungen) zu ziehen und entsprechende Festlegungen zu treffen. Die Kosten hierfür darf er nicht den Feuerwehrangehörigen auferlegen.

Ist die Tauglichkeit aus der Sicht der untersuchenden Ärzte mit der bestimmten Voraussetzung des Tragens einer Brille verbunden, muss der Aufgabenträger Brandschutz auch dafür sorgen, dass durch geeignete Hilfsmittel individuelle körperliche Unzulänglichkeiten der Feuerwehrangehörigen ausgeglichen werden, um dadurch die Einsatzfähigkeit zu erhalten.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg kann nur Kosten übernehmen, die nach einem Arbeitsunfall als Heilbehandlung zur Wiederherstellung der Gesundheit bzw. der Erleichterung der Verletzungsfolgen aufgetreten sind. Die Kosten für die Beschaffung von Brillen werden nicht von der FUK übernommen.

6. D-Arzt

Wann muss der D-Arzt aufgesucht werden?

Im Vertrag der Bundesvereinigungen der Unfallversicherungsträger mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 1. Mai 2001 über die Durchführung der Heilbehandlung, die Vergütung der Ärzte sowie die Art und Weise der Abrechnung der ärztlichen Leistungen ist zur Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt folgendes geregelt: "Der (behandelnde) Arzt hält den Unfallverletzten an, sich unverzüglich einem D-Arzt vorzustellen, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich länger als eine Woche beträgt. Eine Vorstellung beim D-Arzt hat auch dann zu erfolgen, wenn nach Auffassung des behandelnden Arztes die Verordnung von Heilmitteln erforderlich ist. Bei Wiedererkrankung ist in jedem Fall eine Vorstellung beim D-Arzt erforderlich. ... "

Im Ausnahmefall kann hiervon abgewichen werden, wenn andere Ärzte vorher eine Genehmigung zur Verschreibung von Heilmitteln durch den Unfallversicherungsträger erhielten. In diesem Fall entfällt auch die Vorstellungspflicht beim D-Arzt. Weiterhin darf auch die Verordnung von Hilfsmitteln mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen nur durch die ermächtigten D- oder H-Ärzte erfolgen.

Die Verordnung von Arznei- und Verbandmitteln darf durch den behandelnden Arzt (z. B. Hausarzt) erfolgen. Hierbei sind das Ankreuzfeld "Arbeitsunfall" zu kennzeichnen und der Freivermerk einzutragen. Damit entfällt die Zuzahlungsverpflichtung für den betreffenden Feuerwehrangehörigen.

Arznei- und Verbandmittel: alle ärztlich verordneten, zur ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung erforderlichen Mittel.

Heilmittel: alle ärztlich verordneten Dienstleitungen, die einem Heilzweck dienen oder reinen Heilerfolg sichern (z. B. Physiotherapie)

Hilfsmittel: alle ärztlich verordneten Sachen, die den Heilerfolg sichern oder die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen (z. B. Körperersatzstücke, orthopädische oder andere Hilfsmittel einschl. der notwendigen Änderungen usw.).

7. Handschuhe

Welche Handschuhe braucht die Feuerwehr für den Feuerwehreinsatz?

Den Feuerwehrangehörigen sind nach § 12 (1) UVV GUV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53) geeignete persönliche Schutzausrüstungen und damit auch auf die Gefahren des Feuerwehrdienstes abgestimmte Feuerwehrhandschuhe zur Verfügung zu stellen. Personenbezogen ist daher eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, bei der ausgehend von den jeweiligen Aufgaben und Tätigkeiten jedes Feuerwehrangehörigen die möglichen Gefahren vorgesehener Einsätze ermittelt und daraus die erforderlichen persönlichen Schutzmaßnahmen abgeleitet werden.

Diese Forderung nach geeigneten Handschuhen ist z. B erfüllt, wenn sie DIN EN 659 entsprechen. Diese gilt Norm für Handschuhe, „die die Hände bei normalen Feuerbekämpfungstätigkeiten einschließlich Bergung und Rettung schützen“ sollen. D. h., diese Handschuhe sind zu tragen, wenn mit dem Auftreten hoher Wärmestrahlung sowie hoher Kontaktwärme – also z. B. bei der Brandbekämpfung im Innenangriff - zu rechnen ist.

Der Einsatz anderer, nicht für hohe Temperaturen ausgelegter Handschuhe bei der Brandbekämpfung kann zu erheblichen Schädigungen der Hände führen. Die Aufgabenträger Brandschutz müssen demzufolge für alle Atemschutzträger Feuerwehrschutzhandschuhe nach DIN EN 659 beschaffen, da bei der Brandbekämpfung insbesondere beim Innenangriff mit sehr hoher Wärmestrahlung zu rechnen ist.

Für andere Tätigkeiten z. B. der Technischen Hilfeleistung (ohne zu erwartende hohe Temperaturen) können auch andere geeignete Handschuhe nach der Norm DIN EN 388 „Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken“ getragen werden. Bei Auftreten flüssiger Chemikalien dagegen müssen dazu geeignete spezielle flüssigkeitsdichte und chemikalienresistente Handschuhe zur Verfügung stehen.

8. Hausarzt

Dürfen Hausärzte nach einem Arbeitsunfall Arznei- und Verbandmittel verschreiben?

Die Hausärzte dürfen Arznei- und Verbandmittel verschreiben und dabei den entsprechenden Vermerk zum Arbeitsunfall sowie den Freivermerk ankreuzen. Damit entfällt die Zuzahlungsverpflichtung für den betreffenden Feuerwehrangehörigen. – siehe auch D-Arzt

9. Helme

Haben alte Feuerwehrhelme Bestandsschutz und dürfen sie noch zur Brandbekämpfung eingesetzt werden?

Aus Vorfällen in der Bundesrepublik ist bekannt, dass es vereinzelt zu Helmverformungen von Feuerwehrhelmen gekommen ist. Dies hat sich allerdings bisher ausschließlich bei Einsatz von Helmen aus Textil-Phenolkunstharz in Brandübungscontainern ereignet. Hier gehen Feuerwehrangehörige anders vor, als unter realen Einsatzbedingungen. Im Einsatz sind die Feuerwehrangehörigen gehalten, unabhängig von der mittlerweile guten Schutzwirkung der Einsatzkleidung sich taktisch so zu verhalten, als wenn sie diese Kleidung nicht hätten. Das bedeutet, dass im Einsatz bei Herannahen eines Flash-Over der Gefahrenbereich schnellstens zu verlassen ist. Anders im Brandübungscontainer: Hier wird gezielt die Bekämpfung des Flash-Over geübt. Die Verweildauer bei den dabei auftretenden Temperaturen ist dort größer. Deshalb sind Vorgaben der FUK Brandenburg zur Anwendung von Feuerwehrhelmen ausschließlich auf Brandübungscontainer bezogen. Für den Brandeinsatz gilt der Bestandsschutz von Feuerwehrhelmen.

- siehe Richtlinien der FUK - Helme in Brandübungscontainern

Wie lange können Feuerwehrhelme eingesetzt werden?

Auf Feuerwehrhelme wirken während ihres Gebrauchs vielfältige Faktoren ein, die die Gebrauchsdauer und damit die Lebenszeit eines Helmes beeinflussen. Hierzu zählen unter anderem die mechanischen, chemischen, witterungsbedingten oder thermischen Einwirkungen bei Einsätzen, Übungen und Ausbildung. Aber auch die Häufigkeit der Einsätze und die Einsatzbedingungen unterliegen großen Schwankungen. Letztlich beeinflusst auch die Wartung und Pflege sowie die Lagerung die Gebrauchsdauer eines Feuerwehrhelmes. Verbindliche Informationen zur Gebrauchsdauer müssen die Helmhersteller in ihren Produktbeschreibungen angeben. Diese kann sich auch durch die genannten Einflussfaktoren verringern. Hierbei ist jeder Helm für sich zu betrachten bzw. zu bewerten - unter Umständen mit dem Ergebnis, dass ein Helm noch vor der Aussonderungsfrist des Herstellers seine Gebrauchsdauer erreicht hat und damit auszutauschen ist. Eine Benutzung der Helme über die vom Hersteller genannten Gebrauchsdauer bzw. voraussichtlichen Lebensdauer hinaus wird nicht empfohlen. Sind zu einem Helm keine Angaben zur Gebrauchsdauer vorhanden oder wird ein über die Herstellerfristen hinausgehender Gebrauch erwogen, muss der Helmhersteller verbindlich um Auskunft gebeten werden.

10. Hepatitis-Schutzimpfung

Ist eine Hepatitis-Schutzimpfung für Feuerwehrangehörige erforderlich?

Eine generelle Impfpflicht zur Immunisierung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren gegen Hepatitis B (aktive Immunisierung) ist bisher nicht vorgesehen.

Dennoch sind gemäß § 15 BioStoffV in Verbindung mit deren Anhang IV Immunisierungen verpflichtend zu veranlassen, wenn die Beschäftigten bestimmte Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefährdung verrichten. Dazu hat der Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung unter Mitwirkung des Betriebsarztes und ggf. der Fachkraft für Arbeitssicherheit vorzunehmen und einen entsprechenden Maßnahmekatalog aufzustellen.

So hat im Bereich der Feuerwehr der Aufgabenträger Brandschutz ausgehend von einer Gefährdungsbeurteilung eigenverantwortlich das Risiko einer Hepatitis-B-Infektion seiner Feuerwehrangehörigen aus deren Einsatztätigkeit abzuschätzen. Hierbei sind die Häufigkeit entsprechender Einsätze, die Tätigkeiten vor Ort sowie die persönliche Einsatzhäufigkeit der einzelnen Feuerwehrangehörigen zu berücksichtigen.

Erforderliche Impfungen hat der Aufgabenträger Brandschutz dann auf seine Kosten durchführen zu lassen. Er darf sie den Feuerwehrangehörigen nicht in Rechnung stellen. An dieser fakultativen prophylaktischen aktiven Immunisierung beteiligt sich die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg zunächst nicht.

In einer Recherche der FUK Thüringen wurde festgestellt, dass Feuerwehrangehörige, welche bei einer Technischen Hilfeleistung verletzte Personen freischneiden bzw. Wiederbelebungsmaßnahmen bei ihnen durchführen, besonders hoch gefährdet sind. Dabei können Hepatitis B - Erreger durch Kontakt mit infektiösem Blut und Körpersekreten der verunfallten unbekannten Personen die Feuerwehrangehörigen über eigene offene Wunden oder die Schleimhäute infizieren. Daher sind insbesondere Verletzungen der Haut der Helfer und der anschließende Kontakt mit dem möglicher Weise infektiösen Blut zu vermeiden. Der Nutzung persönlicher Schutzausrüstungen, wie „Aidshandschuhe“, aber auch der Körperhygiene und der unverzüglichen Reinigung aller kontaminierter Kleidung nach einer Hilfeleistung kommen eine große Bedeutung zu.

Nach Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten der zu bergenden Personen und eigenen offenen Wunden oder Verletzungen der Haut bei den betreffenden Feuerwehrangehörigen besteht die Möglichkeit zur nachträglichen (postexpositionellen) Impfung, sofern bisher keine prophylaktische aktive Immunisierung gegen den Hepatitis B-Erreger vorgenommen wurde. Dieser postexpositionelle passive Immunisierung sollten Antiköperbestimmungen im Blut durch den behandelnden Arzt vorangegangen sein. Die passive Immunisierung nach erfolgter Infektion wird durch den zuständigen Unfallversicherungsträger (hier FUK) bezahlt, wenn die Erkrankung Folge eines Arbeitsunfalls ist.

Darüber hinaus empfohlene Sofortmaßnahmen nach einer möglichen Kontamination mit potentiell infektiösem Material sind:

  • Eigene Wunden bluten lassen bzw. auch Blutung anregen (dadurch Wunde „spülen“); desinfizieren mit Äthanol 82 Vol% in Kombination mit PVP-Jod
  • Kontakt mit Blut/Körperflüssigkeit auf lädierter Haut: Verunreinigungen grob entfernen, mit Äthanol 82 Vol% in Kombination mit PVP-Jod desinfizieren
  • Spritzer von Blut/Köperflüssigkeiten auf der intakten Haut mit Wasser und Seife abwaschen, mit Äthanol 82 Vol% desinfizieren
  • Spritzer auf die eigenen Schleimhäute (Mund, Nase, Augen): reichlich mit Wasser (oder z. B. mit Destilliertem Wasser) spülen
  • Mögliche Infektion dokumentieren (z. B. im Verbandbuch)
  • Serologische Untersuchung zur Überprüfung des Immunstatus durch Hausarzt oder D-Arzt durchführen lassen

Weitere Maßnahmen auf Veranlassung des Arztes vornehmen lassen (z. B. weitere Überwachung des Immunstatus nach 12 Monaten).

Eine Immunisierung eines ausgewählten Personenkreises ist aus der Sicht der FUK eine durchaus sinnvolle Vorsorgemaßnahme zum Schutz der Feuerwehrangehörigen.

11. Herzschrittmacher, Einsatzdiensttauglichkeit

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§ 14 Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ (GUV-V C 53). Bei Zweifeln bezüglich der Tauglichkeit entscheidet ein mit den Aufgaben der Feuerwehr vertrauter Arzt.

Bei der Aufnahme in die Feuerwehr sind die jeweils vorgesehenen Aufgaben des Bewerbers zu berücksichtigen. Erforderlichenfalls sind dem beratenden Arzt entsprechende Hinweise zum eingeschränkten Aufgabenspektrum zu geben. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der betreffende Bewerber dann u. U. auf Dauer nicht universell für alle feuerwehrdienstlichen Aufgaben einsetzbar ist. Dies muss auch innerhalb der Wehr bekannt sein und umgesetzt werden können.

Darüber hinaus können Personen mit besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten auch als Fachberater der Feuerwehr aufgenommen werden, wenn sie nicht in den regulären Dienst eingegliedert werden sollen (oder können). Hierüber entscheidet der Wehrführer (§ 1 (6) FeuLV).

Zu einem konkreten vorliegenden Fall muss ein Arbeitsmediziner sowie der behandelnde Kardiologe in die Beurteilung der Aufnahmefähigkeit des betreffenden Feuerwehrangehörigen einbezogen werden. Diesen müssen detailliert die Aufgaben, für die der Kamerad vorgesehen ist, aufgelistet werden. Bestätigt der Kardiologe dass „keine Erkrankung oder Veränderung des Herzens oder des Kreislaufs mit erheblicher Einschränkung der Leistungs- oder Regulationsfähigkeit und Blutdruckveränderungen stärkeren Grades vorliegt“ und bestätigt er die Einsatzdienstfähigkeit des Herzschrittmacherpatienten, ist gegen die Einbeziehung des Kameraden nichts einzuwenden.

12. Kleidung

Was ist bei der Beschaffung von Einsatzkleidung für die Feuerwehren zu beachten? (siehe auch Beschaffung von Technik)

Gemäß der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzungsverordnung – PSA-BV) sowie § 29 ff UVV „Grundsätze der Prävention“ (GUV-V A 1) und § 12 UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53) bestehen Bereitstellungs- und Anwendungspflichten für geeignete PSA durch Aufgabenträger und Feuerwehrangehörige.

Konkretisiert sind diese Forderungen in UVV GUV V C53. Zum Schutz vor den Gefahren des Feuerwehrdienstes bei Ausbildung, Übung und Einsatz sind folgende persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen:

  • Feuerwehrschutzanzug
  • Feuerwehrhelm mit Nackenschutz
  • Feuerwehrschutzhandschuhe
  • Feuerwehrschutzschuhwerk

Die bereit gestellte PSA muss die grundlegenden Anforderungen der 8. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (8. GPSGV) als der in deutsches Recht umgesetzten europäischen Richtlinie 89/686/EWG erfüllen. Diese grundlegende Forderung ist bei der Beschaffung aller persönlicher Schutzausrüstungen umzusetzen.

Dies ist z. B. der Fall, wenn PSA nach eigens dazu entwickelten Normen hergestellt sind, dies von einer angemeldeten Stelle durch eine Baumusterprüfung bestätigt und vom Hersteller darauf hin entsprechend Richtlinie 89/686/EWG gekennzeichnet ist.

Geeignete Feuerwehrkleidung herzustellen, die hinsichtlich Tragekomfort und Schutzwirkung für alle Tätigkeiten der Feuerwehr gleichzeitig optimale Eigenschaften bieten, ist technisch kaum möglich und wäre aus Kostengründen nicht sinnvoll. Daher sind für unterschiedliche Einsatzaufgaben und verschiedene Personenkreise auch verschiedene PSA vorzusehen.

Vor der Beschaffung von Feuerwehrkleidung sind mit Hilfe einer Gefährdungsbeurteilung die jeweils zu erwartenden typischen Gefahren des Feuerwehrdienstes zu ermitteln und daraus Schlussfolgerungen in Bezug auf die erforderliche Schutzwirkung der PSA, den zu schützenden Personenkreis und die entsprechenden Betriebsvorschriften zur Anwendung der PSA zu ziehen. Eine Hilfestellung hierfür gibt GUV I 8675 „Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung auf der Basis einer Gefährdungsbeurteilung für Einsätze bei deutschen Feuerwehren“.

Für typische Einsatzbedingungen im Feuerwehrdienst haben die Anforderungen an die Schutzwirkung der dafür erforderlichen PSA bereits ihren Niederschlag in einschlägigen Normen für Feuerwehr-Schutzausrüstungen gefunden. Diese legen Leistungsanforderungen sowie Verfahren zur Überprüfung dieser Leistungsanforderungen am konfektionierten Erzeugnis fest und richten sich somit an Hersteller und Prüfstellen, nicht aber an die Käufer der PSA. Der Käufer muss sich darauf verlassen, dass sich PSA, die entsprechend den in den Ausschreibungen anzugebenden Normen hergestellt und entsprechend zertifiziert sind, hinsichtlich ihrer Schutzwirkung für den Feuerwehrdienst eignen. Für Feuerwehrkleidung gelten als zutreffende Normen DIN EN 469 (Schutzkleidung für die Feuerwehr – Leistungsanforderungen für Schutzkleidung für die Brandbekämpfung) sowie DIN EN ISO 11612 (Schutzkleidung – Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen).

Nähere Angaben zur Konfektion (wie Taschen, Polster, Reißverschlüsse) oder Farbe werden in den Normen nicht vorgegeben. Diese Anforderungen bleiben der Vereinbarung zwischen Käufer und Hersteller überlassen.

Dem Auftragnehmer (Händler oder Hersteller) kann aufgegeben werden, PSA zu liefern, die mindestens den betreffenden Normen für PSA der Feuerwehren genügen. Der Auftraggeber kann in seinen Forderungen von den Normen aber abweichen, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise erzielt und die grundlegenden Anforderungen der 8. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (8. GPSGV) (als Umsetzung der europäischen Richtlinie 89/686/EWG (PSA-Richtline) in deutsches Recht) erfüllt werden. Über die Schutzziele der Normen hinausgehende Forderungen der Auftraggeber sind somit zulässig, wenn mit der PSA ein höheres Schutzniveau oder ein besserer Tragekomfort für die Feuerwehr erreicht werden soll. Darüber entscheidet der Aufgabenträger Brandschutz in Abstimmung mit der Feuerwehr.

In diesem Sinne erlangt die Herstellungs- und Prüfbeschreibung für eine Feuerschutzkleidung (HuPF) Bedeutung. Diese wurde von Fachleuten entwickelt und neuen Erkenntnissen angepasst. Sie dient der Information der Aufgabenträger und Feuerwehren und kann zur näheren Beschreibung der Feuerwehrkleidung beim Einkauf eingesetzt werden. Damit ist dann ist sichergestellt, dass eine für die Belange der Feuerwehr zweckmäßige einheitliche Kleidung für die Feuerwehr beschafft wird, die die Vorgabe der europäischen Norm und somit der PSA-Richtlinie erfüllt und somit über die erforderliche Schutzwirkung im Einsatz verfügt und darüber hinaus den Anforderungen an die Sichtbarkeit im ungesicherten Verkehrsraum genügt.

Eine für den Feuerwehrdienst als Grundschutz geeignete Kleidung ist solche nach DIN EN 469 mit Schutzwirkung nach Schutzstufe 1 oder DIN EN ISO 11612, wie sie z. B. für die Technische Hilfe oder die Brandbekämpfung im Freien angewendet werden kann. Kleidungen nach Schutzstufe 1 oder DIN EN ISO 11612 sind als Mindeststandard persönlicher Schutzkleidung für alle Feuerwehrangehörigen vorzusehen.

Spezielle persönliche Schutzausrüstung ist Kleidung nach DIN EN 469 mit der Schutzstufe 2, die für die Brandbekämpfung in Gebäuden (mit Flash-over-Gefahr) einzusetzen ist. Diese Kleidung nach Schutzstufe 2 soll beim kurzzeitigen Auftreten extremer Temperaturen, wie sie beim Flash-over auftreten können, vor irreversiblen Gesundheitsschäden schützen und ist somit als spezielle Schutzausrüstung von allen Atemschutzgeräteträgern bei der Innenbrandbekämpfung einzusetzen.

Überkleidung nach HuPF überschreitet die Mindestanforderungen der Schutzstufe 2 nach DIN EN 469 und stellt hinsichtlich der Schutzwirkung und ihrer Gestaltung eine gute Lösung bei der Suche nach feuerwehrtauglicher Einsatzkleidung für den Innenangriff dar.

Hierbei erfüllen

  • die „Überjacke“ nach HuPF Teil 1 in Kombination mit der „Überhose“ nach Teil 4 (Typ B) oder
  • die „Überjacke“ nach Teil 1 in Kombination mit der „Überhose“ nach Teil 4 (Typ A) kombiniert mit der darunter getragenen einlagigen Feuerwehrhose nach HuPF Teil 2 (Mehrschalenprinzip)

die Anforderungen der Schutzstufe 2 nach DIN EN 469.

Dagegen genügen

  • die „Überhose“ Typ A nach Teil 4 nur die Anforderungen der Schutzstufe 1 nach DIN EN 469 und
  • die Jacke und Hose der Teile 3 und 2 die Anforderungen der DIN EN ISO 11612

und sind somit nur zur Brandbekämpfung im Freien oder für die Technische Hilfe einzusetzen.

Eine durch Flash-over belastete Feuerschutzkleidung ist auszusondern. Ebenso ist Kleidung zu ersetzen, die die vom Hersteller vorgegebenen Bedingungen, die die Lebensdauer beeinflussen (z. B. Anzahl von Wäschen), erreicht haben. Diese Bedingungen sind als Lebenslauf der Kleidung während ihrer Nutzung fortwährend zu dokumentieren.

Persönliche Schutzausrüstungen für den Innenangriff sind neben dem CE-Kennzeichen und der Normangabe auch mit dem Feuerwehrpiktogramm nach ISO 7000-2418 zu versehen.

Xf2 : Wärmeübergang - Flamme, Stufe 2 Xr2: Wärmeübergang - Strahlung, Stufe 2 Y2: Wasserdichtigkeit, Stufe 2    

Z2: Wasserdampfdurchgangswiderstand, Stufe 2 

Nach HuPF hergestellte Kleidung muss somit folgende fest durch den Hersteller angebrachte Kennzeichnung enthalten:

 CE-Kennzeichnung

Überjacke und "Überhose" nach HuPF Teile 1 und 2:

Feuerwehrpiktogramm nach ISO 7000-2418 (zusätzlich muss in der "Überhose" Typ A der Hinweis fest angebracht sein: "Die volle Schutzwirkung nach Leistungsstufe 2 wird nur in Kombination mit einer Feuerwehrhose nach HuPF Teil 2 erreicht.")

der Feuerwehrhose und -jacke nach HuPF-Teilen 2 und 3:

Bildzeichen nach ISO 7000-2417

nach HuPF vorgeschriebene Prüfnummer

Für die Durchsetzung der Vorgaben zur Auswahl der geeigneten PSA des Trägers trägt dann vor Ort der Wehrführer bzw. in der Einsatzsituation der Einsatzleiter der Feuerwehr die Verantwortung. 

Wer muss für die Reinigung der Einsatzkleidung der Feuerwehren sorgen?

Gemäß § 12 (1) Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ (GUV V C 53) müssen zum Schutz vor den allgemeinen Gefahren des Feuerwehrdienstes bei Ausbildung, Übung und Einsatz geeignete persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zur Verfügung gestellt werden. Diese sind in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten (§ 29 UVV „Grundsätze der Prävention“ (GUV-V A 1) in Verbindung mit § 2 der PSA-Benutzungsverordnung.

Die PSA-Benutzungs-Verordnung sagt folgendes: „Persönliche Schutzausrüstungen müssen den Beschäftigten individuell passen. Sie sind grundsätzlich für den Gebrauch durch eine Person bestimmt. Erfordern die Umstände eine Benutzung durch verschiedene Beschäftigte, hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Gesundheitsgefahren oder hygienische Probleme nicht auftreten“ (§ 2 (2) PSA-BV). „Durch Wartungs-, Reparatur- und Ersatzmaßnahmen sowie durch ordnungsgemäße Lagerung trägt der Arbeitgeber dafür Sorge, dass die persönlichen Schutzausrüstungen während der gesamten Betriebsdauer gut funktionieren und sich in einem hygienisch einwandfreien Zustand befinden“ (§ 2 (4) PSA-BV).

Sowohl aus hygienischen Gründen als aus Gründen der Gesundheitsbeeinträchtigung durch anhaftende Gefahrstoffe ist seitens des Aufgabenträgers Brandschutz konsequent für die Dekontamination und Reinigung der Einsatzkleidung zu sorgen.

Welche Kleidung muss beim Umgang mit der Motorkettensäge getragen werden?

Die UVV „Forsten“ (GUV-V C 51) ist für die Feuerwehren in Brandenburg von der Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg erlassen worden und somit rechtsverbindlich.

Gemäß § 4 (3) GUV-V C 51 muss der Aufgabenträger Brandschutz für Arbeiten mit der Motorkettensäge persönliche Schutzausrüstung (PSA), bestehend aus Schutzhelm, Gehörschutz, Gesichtsschutz, Handschutz, Schnittschutzhose (auch Beinlinge möglich) und Schutzschuhe mit Schnittschutz, zur Verfügung stellen. Die Versicherten haben die für Arbeiten mit der Motorkettensäge zur Verfügung gestellte persönliche Schutzausrüstung zu benutzen (§ 4 (4) GUV-V C 51).

Hinsichtlich der Besonderheiten beim Einsatz der Feuerwehr und unter Berücksichtigung der bei den Feuerwehren bereits vorhandenen Persönlichen Schutzausrüstung nach GUV-V C51 wurde das Thema PSA der Feuerwehren zum Umgang mit der MKS im Jahre 1996 im Vorstand der FUK beraten.

Es wurde folgender Beschluss gefasst: "... Zulässig ist beim Feuerwehreinsatz wegen der besonderen Gefahren grundsätzlich die persönliche Schutzausrüstung, die in einzelnen Teilen den Forderungen der UVV „Forsten“ nahe kommt (vgl. § 17 UVV „Feuerwehren“). Ausgenommen hiervon sind planbare Einsätze mit der Motorkettensäge bei denen ausnahmslos die Schutzkleidung gemäß UVV „Forsten“ zu verwenden ist."

Das bedeutet, dass grundsätzlich PSA nach UVV „Forsten“ in allen den Wehren zur Verfügung gestellt sein muss, in denen auch eine Motorkettensäge vorhanden ist. Damit ist bei allen planbaren Einsätzen (wie z. B. der Meldung „Baum liegt über der Straße, keine Person direkt betroffen“) sowie zur Ausbildung und zur regelmäßigen Übung die spezielle PSA für MKS-Arbeiten zur Verfügung zu stellen und zu tragen.

Besondere Kleidung nach der UVV „Forsten“, deren Schutzwirkung nicht von der üblichen Einsatzkleidung der Feuerwehr abgedeckt wird und somit für die Feuerwehr gesondert beschafft werden muss, sind insbesondere die Schnittschutzhose (oder Beinlinge) und Schuhe mit Schnittschutzeinlage. Schnittschutzgamaschen als Alternative zu Schuhen mit Schnittschutzeinlage sind nach DIN EN 381-9 zwar genormt. Sie bergen allerdings die Gefahr, im Unterholz hängen zu bleiben. Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg rät vom Einsatz von Schnittschutzgamaschen ab.

Bei (nicht planbaren) Einsätzen, bei denen der Einsatz der MKS nicht von vorn herein absehbar war, sowie bei Einsätzen zur Menschenrettung darf von den Forderungen nach spezieller PSA der UVV „Forsten“ abgewichen werden (siehe Vorstandsbeschluss bzw. § 17 (1) Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ (GUV-V C 53, alt: GUV 7.13)). Dann darf der Einsatz mit der MKS mit der üblichen Einsatzbekleidung (die Stiefel betreffend) der Feuerwehren erfolgen. Hierbei geht die FUK davon aus, dass Beinlinge mit den Motorkettensägen auf allen Feuerwehrfahrzeugen verlastet sind und immer (auch bei planbaren Einsätzen) stets angewendet werden.

Vorsorglich wollen wir darauf hinweisen, dass neuerdings Feuerwehrstiefel zu einem meist nur geringfügig höheren Preis angeboten werden, die bereits über eine Schnittschutzeinlage im Spannbereich verfügen. Wir empfehlen den Aufgabenträgern Brandschutz bei Neukauf die Beschaffung dieser Stiefel.

13. Lärmschwerhörigkeit

Ist ein Feuerwehrangehöriger einsatzdiensttauglich, wenn der Arzt eine G 20-Untauglichkeit feststellt?

Die G 20–Tauglichkeit ist die Bestätigung des ermächtigten Arztes, dass die Eignung eines Probanden für die Tätigkeit am Lärmarbeitsplatz besteht. Bei bestimmten individuellen Indikationen (hierzu gehört nicht ausschließlich nur eine bereits erworbene Schwerhörigkeit) kann der Arzt diese Eignung versagen, was mitunter gravierende berufliche und persönliche Folgen haben kann.

Ehrenamtlich tätige freiwillige Feuerwehrleute sind nach bisher vorhandenen Erkenntnissen keinem gehörschädigenden Lärm bei ihrer Feuerwehrtätigkeit ausgesetzt. D. h., die zulässige Lärmdosis wird durch Lärmpegel sowie Expositionszeit nicht überschritten. Daher besteht für diese Personengruppe bisher keine Pflicht zur arbeitsmedizinischen Vorsorge nach dem Grundsatz G 20. Damit verlieren sie andererseits nicht automatisch durch Untauglichkeit nach diesem Grundsatz ihre Eignung für den Feuerwehrdienst. Dennoch kann eine hochgradige (ggf. auch einseitige) Schwerhörigkeit die Feuerwehrdiensttauglichkeit ausschließen.

Wenn eine Eignung nach G 41 und G 25 bestätigt wird, ist hier bereits durch die innerhalb der G 41 durchgeführten Audiometrie eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit unwahrscheinlich. Dennoch empfehlen wir Ihnen zumindest durch einfache Sprachtests zu überprüfen, ob die Wahrnehmbarkeit von Sprachkommandos und Warnsignalen gewährleistet ist. Dann sollte der Eignung für den Feuerwehrdienst nichts im Wege stehen.

14. Motorkettensäge, Qualifikation der Bediener

Welche Qualifikation ist zum Bedienen der Motorkettensäge für die Feuerwehr erforderlich? Muss ein Motorkettensägenschein vorhanden sein?

Gemäß § 7 (1) UVV „Grundsätze der Prävention“ (GUV-V A 1) ist der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte vom Unternehmer je nach Art der Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Versicherten befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen einzuhalten.

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§ 14 UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53)). Die fachlichen Voraussetzungen erfüllt, wer für die jeweiligen Aufgaben ausgebildet ist und seine Kenntnisse durch regelmäßige Übungen und erforderlichenfalls durch zusätzliche Aus- und Fortbildung erweitert. Dies gilt insbesondere auch für Motorkettensägenführer.

Aus beiden Vorschriften ergibt sich die Forderung nach einer den jeweiligen Erfordernissen der einzelnen Feuerwehr entsprechenden Ausbildung. Die Erfordernisse sind von den Aufgabenträgern Brandschutz unter Berücksichtigung des Aufgabenspektrums jeder Feuerwehr jeweils im besonderen festzulegen.

Eine Hilfestellung bei der Festlegung von Ausbildungsinhalten gibt Information GUV-I 8624 „Ausbildung - Arbeiten mit der Motorkettensäge“. Hier sind als Anleitung für Ausbilder mehrere Ausbildungsmodule zum Erwerb unterschiedlicher Befähigungen bei der Bedienung der MKS beschrieben. Danach werden Grundkenntnisse (Aufbau MKS, PSA ... ) an einem Tag vermittelt (Modul 1). Im Modul 2 wird das Sägen am liegenden Holz einschließlich der Bearbeitung von Holz unter Spannung geübt (1 Tag). Modul 3 befasst sich mit dem Fällen und Entasten von Bäumen (2 Tage) und Modul 4 mit Arbeiten im Sturm- und Bruchholz. Für das Arbeiten mit der MKS in Arbeitskörben von Hubarbeitsbühnen und Drehleitern befasst sich Modul 5 (2 Tage).

Die Forderung nach einem „universellen Motorkettensägenschein“ gibt es so nicht. Als universell ausgebildet kann nur gelten, wer nach allen Modulen der GUIV-I 8624 ausgebildet ist. Das ist in der Praxis i. a. nicht erforderlich. Das bedeutet, dass der Aufgabenträger Brandschutz bei der Auftragsvergabe zur Ausbildung seiner Feuerwehrangehörigen die konkreten Anforderungen der Feuerwehrpraxis benennen muss. Daraus muss der Ausbilder seine Ausbildungsinhalte zusammenstellen.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg empfiehlt den Trägern des Brandschutzes folgende Vorgehensweise:

  • Ausbildung einer kleinen Zahl Befähigter nach den Modulen 1 und 2 in allen Wehren, in denen eine MKS vorhanden ist.
  • Ausbildung weniger Kameraden nach den zusätzlichen Modulen 3, 4 und 5. Hierbei kann auch auf bereits ausgebildete Fachleute (z. B. Forstwirte oder Forstwirtschaftsmeister) zurückgegriffen werden. Letztere können sich auch zur selbständigen Ausbildung der MKS-Führer in den Feuerwehren eignen.
  • Genaue Festlegung, zu welchen Arbeiten welche Personengruppe befugt ist (als Anleitung für die Einsatzleiter). Verfahrensweise regeln, wie die Nachalarmierung der Befähigten nach Modulen 3, 4 und 5 bei komplizierteren Fällen erfolgen soll.

Wichtig ist aus Sicht der Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg, dass die Ausbilder als die entsprechenden Fachleute im ausgehändigten Zertifikat jeweilige Feuerwehrangehörige im Einzelnen bestätigen, zu welchen Arbeiten mit der MKS sie befähigt wurden. Ein Verweis auf die entsprechenden einzelnen Module aus GUV-I 8624 wäre hier hilfreich.

Ist im Zertifikat nicht im einzelnen beschrieben, wozu die ausgebildeten Feuerwehrangehörigen mit dem erfolgreich absolvierten Lehrgang befähigt sind, empfehlen wir, den Ausbilder dazu konkret zu befragen (möglichst auf der Basis von GUV-I 8624). Mit ihrer Antwort übernehmen die Ausbilder dann auch die fachliche Haftung für das Ergebnis ihres Motorkettensägenlehrganges.

15. Schuhe für die Jugendfeuerwehr

Welches Schuhwerk ist für die Jugendfeuerwehr zu beschaffen?

Zum Schutz vor den typischen besonderen Gefahren des Feuerwehrdienstes fordert § 12 der UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53) die Bereitstellung spezieller Feuerwehrkleidung. Dazu gehören auch Feuerwehrschutzhandschuhe und das Feuerwehrschutzschuhwerk.

Beispielhaft ist in der Durchführungsanweisung zu § 12 (2) GUV-V C 53 beschrieben, welches Schuhwerk für die Jugendfeuerwehr geeignet ist.Verantwortlich für die Einschätzung des Risikos von Fußverletzungen ist der Unternehmer – und (in seinem Auftrag) im Einzelfall die jeweilige Führungskraft der Feuerwehr. Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und durchtrittsicherer Sohle sind nur erforderlich, wenn die entsprechende Gefahren bei entsprechendem Risiko (charakterisiert durch best. Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Schadens und dem Ausmaß der Verletzung) zu erwarten sind.

Muss nicht damit gerechnet werden, dass Angehörige der Jugendfeuerwehr Gefahren durch herabfallende Gegenstände und /oder Gefahren durch Hineintreten in spitze oder scharfe Gegenstände auch unter Berücksichtigung ihres Ausbildungsstandes und den damit verbundenen Tätigkeiten ausgesetzt sind, genügt aus der Sicht der FUK auch im Hinblick auf das Unfallgeschehen bei den Jugendfeuerwehren des Landes Brandenburg der Einsatz von festem, möglichst hochgeschlossenem Schuhwerk mit fester Sohle und kurzem Absatz, das dem Fuß hinreichend Halt bietet. Leichte Freizeitschuhe aus Stoff, Sandalen oder ähnliche leichte Schuhe sind für den Feuerwehrdienst der Jugendfeuerwehr ungeeignet.

Im übrigen gibt auch die Wettbewerbsordnung der Jugendfeuerwehren des Landes Brandenburg einen Hinweis auf mögliches Schuhwerk für Jugendfeuerwehrleute, die mit Löschtechnik umgehen: Hier ist festes Schuhwerk aus Leder angegeben. Diese Anforderung ist mit der FUK abgestimmt.

Damit wird abweichend vom Text der DA zu § 12 GUV-V C 53 der Tatsache Rechnung getragen, dass aufgrund des natürlichen Größenwachstums der Kinder und Jugendlichen das Schuhwerk entsprechend oft getauscht werden muss und das bereits erwähnte geringe Unfallgeschehen dies zulässt.

Das bedeutet, dass jeder Aufgabenträger Brandschutz auch ausgehend von seiner eigenen Unternehmensphilosophie hinsichtlich der Sicherheit seiner Feuerwehrangehörigen und dem vertretbaren Restrisiko den Schutzgrad und damit die zur Verfügung zu stellende PSA selbst festlegen kann - und muss. Eine externe Vorgabe ist nicht in jedem Fall erforderlich.

16. Spenden

Beteiligt sich die FUK durch Spenden an Jubiläen oder anderen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen der Feuerwehren?

Als Unfallversicherungsträger können wir die Gelder nur in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise (SGB VII) verwenden. Unsere Mittel, die wir vorrangig für die Heilbehandlung und Entschädigung nach Arbeitsunfällen und zu einem sehr kleinen Teil für die Unfallverhütung verwenden, erhalten wir ausschließlich über die Mitgliedsbeiträge der Aufgabenträger Brandschutz des Landes Brandenburg. Daher ist es uns leider nicht möglich, Jubiläen oder andere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen der Feuerwehren mit Spenden zu unterstützen.

Zu ausgewählten besonderen Anlässen, wie z. B. zum Tag der offenen Tür der Landesfeuerwehrschule geben wir Unterstützung mit einem kleinen Stand, an dem wir selbst Quiz für Jugendfeuerwehren mit besonderen Fragen zur Unfallverhütung durchführen und dabei auch kleine Preise verlosen.

17. Spezielle persönliche Schutzausrüstung

Für einen kompletten Schutz vor den Gefahren des Innenangriffs erfüllt eine auf einander abgestimmte Schutzausrüstung, bestehend aus

  • Feuerwehrhelm nach DIN EN 443,
  • Feuerschutzhaube DIN EN 13911,
  • Schutzkleidung der Leistungsstufe 2 nach DIN EN 469, (oder Überkleidung nach HuPF Teile 1 und 4B oder Überkleidung nach HuPF Teile 1 und 4A mit 2) (siehe auch „Kleidung“)
  • Handschuhen nach DIN EN 659 und
  • Feuerwehrstiefeln nach DIN EN 15090 (Typ F2A)
  • Feuerwehrhaltegurt nach DIN 14927 in Verbindung mit der Feuerwehrleine nach DIN 14920 oder den Gerätesatz Absturz nach DIN 14900-17 als Auffangeinrichtung bei möglichem Absturz

die Anforderungen der PSA-Benutzungsverordnung und der UVV „Feuerwehren“.

Bei anderen Aufgaben der Feuerwehr kann entsprechend der dort auftretenden geringeren Gefahrenpotenziale die Schutzwirkung der einzusetzenden Schutzausrüstungen reduziert werden.

So benötigen Feuerwehrangehörige außerhalb des Gefahrenbereichs eines Flash-overs beim Innenangriff z. B. folgende PSA:

  • Feuerwehrhelm nach DIN EN 443,
  • Schutzkleidung der Leistungsstufe 1 nach DIN EN 469, (oder Feuerwehrkleidung nach HuPF Teile 2 und 3)
  • Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken nach DIN EN 388 und
  • Feuerwehrstiefeln nach DIN EN 15090 (Typ F2A)

und bei Absturzgefahren den o. g. Haltegurt mit der Feuerwehrleine als Sicherung gegen Absturz oder den Gerätesatz Absturz als Auffangeinrichtung bei möglichem Absturz.

18. Tauglichkeit, Eignung

Dürfen Feuerwehrangehörige mit körperlichen Beeinträchtigungen im Feuerwehrdienst eingesetzt werden?

Grundsätzlich dürfen für den Feuerwehrdienst nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§ 14 Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ (GUV-V C 53). Bei Zweifeln bezüglich der Tauglichkeit ist ein mit den Aufgaben der Feuerwehr vertrauter Arzt hinzuzuziehen. Diesem sind erforderlichenfalls konkret die zu erwartenden Belastungen des betreffenden Feuerwehrangehörigen aufzulisten.

Bereits bei der Aufnahme in die Feuerwehr sollte die Eignung der Bewerber anhand der jeweiligen vorgesehenen Aufgaben berücksichtigt werden. Besondere Anforderungen werden hinsichtlich der körperlichen und fachlichen Eignung an Atemschutzgeräteträger sowie an Taucher gestellt.

In wie weit Behinderungen einen universellen Einsatz ausschließen bzw. einschränken, hat der Aufgabenträger Brandschutz in Abstimmung mit dem ärztlichen Berater zu entscheiden. Ggf. ärztlicherseits attestierte Einschränkungen der Belastbarkeit schränken die Disponibilität des betreffenden Feuerwehrangehörigen für den universellen Einsatzdienst ein.

Darüber hinaus können Personen mit besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten auch als Fachberater der Feuerwehr aufgenommen werden, wenn sie nicht in den regulären Dienst eingegliedert werden sollen (oder können). Hierüber entscheidet der Wehrführer (§ 1 (6) FeuLV).

Beim Aufgabenträger Brandschutz verbleibt die Auswahlverantwortung, die für die jeweils vorgesehenen Aufgaben geeigneten Personen auszuwählen. Über die Tauglichkeit der Feuerwehrangehörigen entscheidet letztendlich der Aufgabenträger Brandschutz anhand der Stellungnahme des hinzugezogenen Arztes. Er muss alles Erforderliche über die Auswahlkriterien, Verfahrensweisen und Entscheidungskompetenzen z. B. auch der Wehrführer zur Aufnahme von Feuerwehrangehörigen regeln.

19. Unterweisungen

Welche Materialien stellt die FUK den Feuerwehren für Unterweisungen zur Verfügung?

Der Unternehmer hat die Versicherten regelmäßig über die mit der Arbeitsverbundenen Gefährdungen sowie die entsprechenden Maßnahmen zur Unfallverhütung aktenkundig zu unterweisen (§ UVV GUV V A 1).

Im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sind Unterweisungen zu sehr vielen unterschiedlichen Themen durchzuführen. Zur Unterstützung entwickelt die FUK jährlich jeweils ein neues Medienpaket und verschickt es an die Aufgabenträger Brandschutz zum Verleih an die einzelnen Ortswehren. Diese Medienpakete lassen sich gut in eine Schulung/Unterweisung einbauen.

Bisher wurden folgende Medienpakete mit DVD herausgegeben

  • „Grundsätze der Prävention”
  • “Wasserförderung – Sicheres Fördern von Wasser”
  • „Persönliche Schutzausrüstung“
  • „Feuerwehrwettkämpfe“
  • „Das sichere Feuerwehrhaus“.

Auch die Filme der Videokassetten aus den Medienpaketen „Sicher zu Einsatz und Übung“ sowie „Brandgefährlich“ wurden nachträglich auf CD gebrannt und verteilt. Darüber hinaus ist auch die Information "Sicherheit im Feuerwehrdienst" (GUV-I 8651) einschließlich der CD recht gut für Ausbildung und Unterweisung geeignet.

Weitere Hinweise zu Unterweisungsthemen, die über die eigentlichen Ausbildungs- und Fortbildungsthemen der Feuerwehr hinausgehen, erläutern wir in den Führungskräfte-Seminaren der FUK. Bei der Planung von Unterweisungen ist zu prüfen, worüber unterwiesen werden soll, wozu es Schulungs-, Motivations- oder Aufklärungsbedarf gibt.

20. Vorsorgeuntersuchungen

Übernimmt die FUK die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen der Feuerwehrangehörigen?

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§14 UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53)). Auswahlverantwortung hierfür trägt der Unternehmer (hier der Aufgabenträger Brandschutz). Er hat den zu untersuchenden Personenkreis zu bestimmen, die vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen zu organisieren und zu überwachen und deren Ergebnisse auszuwerten sowie ggf. Schlussfolgerungen (Einsatzbeschränkungen, Nachuntersuchungsfristen oder weitere ärztliche Hinweise) zu ziehen und entsprechende Festlegungen zu treffen. Die Kosten hierfür darf er nicht den Feuerwehrangehörigen auferlegen.

Werden aus der Sicht der untersuchenden ermächtigten Ärzte fachärztliche Untersuchungen durch weitere hinzugezogene Ärzte notwendig, so gehen auch diese Kosten im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen zu Lasten des Aufgabenträgers Brandschutz.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg kann nur Kosten übernehmen, die nach einem Arbeitsunfall als Heilbehandlung zur Wiederherstellung der Gesundheit bzw. der Erleichterung der Verletzungsfolgen aufgetreten sind. Die Kosten für Eignungsuntersuchungen oder Vorsorgeuntersuchungen werden nicht von der FUK übernommen.

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