Atemschutzübungsanlagen

Verschiedene Fragen zum Betreiben von Atemschutzübungsanlagen der Feuerwehren sind im Download zu finden:


        Hinweise zu Atemschutzübungsanlagen
        Abbruchkriterien beim Übungslauf
        Belastungsempfehlungen bei G 26 – Untersuchung
        Fragebogen vor dem Übungslauf
        Kontraindikationen Belastungsübung

Absturzsicherung der Feuerwehr beim Räumen von Dächern

Wie müssen sich Feuerwehrleute bei der Schneebeseitigung von Dächern gegen Absturz schützen?

In den letzten Jahren hatte auch in Brandenburg der Winter vehement Einzug gehalten. Auch hier lasteten gewaltige Schneemassen auf den Dächern. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und andere Freiwillige werden häufig von den Kommunen, Organisationen und Betrieben angefordert, um einsturzgefährdete Dächer vom Schnee zu befreien. Dabei ist es meist gar nicht die Aufgabe der Feuerwehren, hier entsprechend BbgBKG tätig zu werden. Vielmehr sollten dazu professionelle Firmen eingesetzt werden.

Im Falle eines Unfalls sind die Feuerwehrangehörigen bei der Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg gesetzlich unfallversichert.

Aber wichtiger ist es, Unfälle zu verhüten. Und: Eigenschutz geht auch hier vor Sachwerteschutz! Um Unfälle zu verhüten ist bei allen Arbeiten auf Dächern sicherzustellen, dass ein Abstürzen oder Abrutschen der Helfer verhindert werden. Dächer mit Durchbruch- beziehungsweise Absturzgefahr dürfen nur mit ausreichenden Sicherungsmaßnahmen betreten werden.

Das gilt auch für Flachdächer und deren Kanten, die einen sicheren Eindruck erwecken. Gefahren stellen hier auch unter Schnee verborgene Glaskuppeln oder Fenster wegen eines möglichen Durchbruchs dar. Deshalb ist es besonders wichtig, sich vor einem Einsatz auf dem Dach über die örtlichen Gegebenheiten zu informieren. Eine genaue „Lageerkundung“ ist auch hier wie bei jedem Feuerwehreinsatz unerlässlich. Die Gebäudeeigentümer und ggf. auch Statiker sind vor dem Betreten der Dächer hinzu zu ziehen.

Als Sicherungsmaßnahmen bei Arbeiten auf Dächern kommen folgende in Betracht:

1. Schutz gegen Absturz

Eine Sicherungsmaßnahme für Feuerwehrleute gegen Absturz ist die zur speziellen per-sönlichen Schutzausrüstung gehörende Feuerwehrleine. Sie ist eine Halteleine und so einzusetzen, dass die Feuerwehrangehörigen bei stets straff zu haltender Leine (z. B. über einen auf der gleichen oder einen höheren Ebene befindlichen zweiten Feuer-wehrmann) vor dem Fallen oder das Abrutschen bewahrt werden. Die Sicherungsleine ist stets straff zu halten, damit ein Fallen in diese Leine ausgeschlossen ist. Der Sichernde muss sich selbst natürlich auch an einem Anschlagpunkte sichern.

2. Schutz bei Absturz

Zum Schutz bei Absturz sind Auffangsysteme einzusetzen. Geeignet sind z. B. der Ge-rätesatz Absturzsicherung nach DIN 14900-17 - ein Kernmantel-Dynamikseil und Sicherheitsgeschirr (Auffanggurt) - oder ein Verbindungsseil mit Falldämpfer und Auf-fanggurt oder ein Höhensicherungsgerät kombiniert mit einem Auffanggurt. Diese Sys-teme lassen sich nur anwenden, wenn auch geeignete Anschlagpunkte vorhanden sind. Alternativ könnten dazu auch die bei einigen Feuerwehren vorhandenen Drehleiterfahr-zeuge eingesetzt werden.



Bauarbeiten

Dürfen Feuerwehrangehörige zu Bauarbeiten am eigenen Feuerwehrhaus herangezogen werden?

Bei der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte ist deren Befähigung für die Aufgabenerfüllung hinsichtlich der für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz zu beachtenden Bestimmungen und Maßnah-men zu berücksichtigen (Auswahlverantwortung des Trägers des Brandschutzes nach § 7 DGUV Vor-schrift 1 „Grundsätze der Prävention“). Wir empfehlen daher die Beauftragung einer Fachfirma, unter deren Anleitung die Feuerwehrangehörigen ausgewählte Aufgaben und Zuarbeiten durchführen. Einfache Arbeiten (z. B. Malerarbeiten) können dagegen von fachkundigem Personal in Eigenregie übernommen werden.


Beschaffung von Technik

Was ist bei der Beschaffung von Technik für die Feuerwehren zu beachten?

Zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Ziele der Europäischen Gemeinschaft (freier Waren-, Dienstleis-tungs- und Personenverkehr) innerhalb der EU gibt sie zur Vermeidung von Handelshemmnissen vor, welchen Sicherheitsanforderungen innerhalb der EU hergestellte oder in die EU eingeführte Waren genügen müssen. Diese Sicherheitsanforderungen werden in europäischen Richtlinien oder Verordnungen festge-schrieben. Die Mitgliedsländer der EU müssen die Vorgaben dieser Richtlinien 1:1 in ihr nationales Recht umsetzen. Sie dürfen keine darüber hinausgehenden Anforderungen an die Beschaffenheit der Technik formulieren. Für die größte Zahl der Produkte müssen europäische Hersteller oder Einführer von Waren in den europäischen Wirtschaftsbereich selbst nachweisen, dass die Vorgaben der europäischen Richtlinien eingehalten sind: Selbstzertifizierung mit am Produkt deutlich angebrachtem CE-Zeichen.

Um den Herstellern bei der Entwicklung ihrer Produkte Hilfestellung zu geben, werden mit Mandat der Europäischen Kommission europäische Normen entwickelt, die in das jeweilige nationale Regelwerk über-nommen werden können (z. B. DIN EN als allgemein anerkannte Regeln der Technik in Deutschland).

Berücksichtigen die Hersteller derartige Produktnormen (Typ C) beim Bau ihrer Produkte, ist gewährleistet, dass diese Produkte die Sicherheitsanforderungen der zutreffenden europäischen Richtlinien einhalten.

Die Mitgliedsländer der EG dürfen zur Vermeidung von Handelshemmnissen keine über die Anforderungen der europäischen Richtlinien hinausgehenden Anforderungen an die Technik stellen. Sie dürfen aber vor-geben, dass die Produktbeschreibungen bestimmter Normen eingehalten werden. Damit stellen sie keine höheren Anforderungen, als in den europäischen Richtlinien beschrieben.

Das Land Brandenburg hat dies berücksichtigt und zur Unterstützung der Aufgabenträger Brandschutz bei der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung für die Feuerwehr im Jahr 2011 ‚Hinweise und Emp-fehlungen zur Ausstattung der öffentlichen Feuerwehren mit persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere Einsatzbekleidung‘ herausgegeben.

Für persönliche Schutzausrüstungen der Feuerwehren gibt es bereits harmonisierte europäische Normen. Herstellern muss vom Käufer der Nachweis (angebracht am Produkt) abverlangt werden, dass das Produkt die Anforderungen der entsprechenden Norm und durch ein angebrachtes CE-Zeichen gleichzeitig auch die Schutzziele der europäischen PSA-Verordnung erfüllt.


Brillen für Atemschutzträger oder für Kraftfahrer

Übernimmt die FUK die Kosten für die Beschaffung von Maskenbrillen oder Brillen für Kraftfahrer?

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§14 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“). Der Aufgabenträger Brandschutz hat den zu untersuchenden Personenkreis zu bestimmen, die vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen zu organisieren und zu überwachen und deren Ergebnisse auszuwerten sowie ggf. Schlussfolgerungen (Einsatzbeschrän-kungen, Nachuntersuchungsfristen, bestimmte Voraussetzungen) zu ziehen und entsprechende Festlegungen zu treffen. Die Kosten hierfür darf er nicht den Feuerwehrangehörigen auferlegen.

Ist die Tauglichkeit aus der Sicht der untersuchenden Ärzte mit der bestimmten Voraussetzung des Tragens einer Brille verbunden, muss der Aufgabenträger Brandschutz auch dafür sorgen, dass durch geeignete Hilfsmittel individuelle körperliche Unzulänglichkeiten der Feuerwehrangehörigen ausgeglichen werden, um dadurch die Einsatzfähigkeit zu erhalten.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg kann nur Kosten übernehmen, die nach einem Arbeitsunfall als Heilbehandlung zur Wiederherstellung der Gesundheit bzw. der Erleichterung der Verletzungsfolgen auf-getreten sind. Die Kosten für die Beschaffung von Brillen werden nicht von der FUK übernommen.


D-Arzt

Wann muss der D-Arzt aufgesucht werden?

Gemäß § 24 DGUV Vorschrift 1 muss der Unternehmer darauf hinwirken, dass Versicherte einem Durchgangsarzt vorgestellt werden, es sei denn, dass der erstbehandelnde Arzt festgestellt hat, dass die Verlet-zung nicht über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich nicht mehr als eine Woche beträgt.

Im Vertrag der Bundesvereinigungen der Unfallversicherungsträger mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 1. Mai 2001 über die Durchführung der Heilbehandlung, die Vergütung der Ärzte sowie die Art und Weise der Abrechnung der ärztlichen Leistungen ist zur Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt folgendes geregelt:

“Der (behandelnde) Arzt hält den Unfallverletzten an, sich unverzüglich einem D-Arzt vorzustellen, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich länger als eine Woche beträgt. Eine Vorstellung beim D-Arzt hat auch dann zu erfolgen, wenn nach Auffassung des behandelnden Arztes die Verordnung von Heilmitteln oder Hilfsmitteln (mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen) erforderlich ist. Bei Wiedererkrankung ist in jedem Fall eine Vorstellung beim D-Arzt erforderlich. ... „

Im Ausnahmefall kann hiervon abgewichen werden, wenn andere Ärzte vorher eine Genehmigung zur Verschreibung von Heilmitteln durch den Unfallversicherungsträger erhielten. In diesem Fall entfällt auch die Vorstellungspflicht beim D-Arzt.

Bei Vorliegen einer Augen- oder Hals-, Nasen-, Ohrenverletzung ist der nächsterreichbare Arzt des ent-sprechenden Fachgebiets aufzusuchen, wenn dies nicht eine ärztliche Erstversorgung erübrigt hat.

Die Verordnung von Arznei- und Verbandmitteln darf auch durch den behandelnden Arzt (z. B. Hausarzt) erfolgen. Hierbei sind das Ankreuzfeld „Arbeitsunfall“ zu kennzeichnen und der Freivermerk einzutragen. Damit entfällt die Zuzahlungsverpflichtung für den betreffenden Feuerwehrangehörigen.

Ist keine Krankschreibung zu erwarten oder beträgt die Behandlungsbedürftigkeit bei einem Arzt kürzer als eine Woche, kann der Hausarzt aufgesucht werden.

Hier bei sind:

Arznei- und Verbandmittel: alle ärztlich verordneten, zur ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung erfor-derlichen Mittel.

Heilmittel: alle ärztlich verordneten Dienstleitungen, die einem Heilzweck dienen oder reinen Heilerfolg sichern (z. B. Physiotherapie)

Hilfsmittel: alle ärztlich verordneten Sachen, die den Heilerfolg sichern oder die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen (z. B. Körperersatzstücke, orthopädische oder andere Hilfsmittel einschl. der notwendigen Änderungen usw.).


Hausarzt

Dürfen Hausärzte nach einem Arbeitsunfall Arznei- und Verbandmittel verschreiben?

Die Hausärzte dürfen Arznei- und Verbandmittel verschreiben und dabei den entsprechenden Vermerk zum Arbeitsunfall sowie den Freivermerk ankreuzen. Damit entfällt die Zuzahlungsverpflichtung für den betreffenden Feuerwehrangehörigen. – siehe auch D-Arzt


Helme

Haben alte Feuerwehrhelme Bestandsschutz und dürfen sie noch zur Brandbekämpfung eingesetzt werden?

Aus wenigen Vorfällen in der Bundesrepublik ist bekannt, dass es vereinzelt zu Helmverformungen von Feuerwehrhelmen gekommen ist. Dies hat sich allerdings bisher ausschließlich bei Einsatz von Helmen aus Textil-Phenolkunstharz in Brandübungscontainern ereignet. Hier gehen Feuerwehrangehörige anders vor, als unter realen Einsatzbedingungen. Im Einsatz sind die Feuerwehrangehörigen gehalten, sich unabhängig von der mittlerweile guten Schutzwirkung der Einsatzkleidung taktisch so zu verhalten, als wenn sie diese Kleidung nicht hätten. Das bedeutet, dass im Einsatz bei Herannahen eines Flash-Over der Gefahrenbereich schnellstens zu verlassen ist. Anders im Brandübungscontainer: Hier wird gezielt das Erkennen und die Bekämpfung des Flash-Overs geübt. Die Verweildauer bei den dabei auftretenden Temperaturen ist dort größer. Deshalb hat die FUK Brandenburg vorgegeben, dass Feuerwehrhelme aus Textil-Phenolkunstharz nicht in Brandübungscontainern eingesetzt werden dürfen. Für den Brandeinsatz gilt der Bestandsschutz von Feuerwehrhelmen.

Wie lange können Feuerwehrhelme eingesetzt werden?

Auf Feuerwehrhelme wirken während ihres Gebrauchs vielfältige Faktoren ein, die die Gebrauchsdauer und damit die Lebenszeit eines Helmes beeinflussen. Hierzu zählen unter anderem die mechanischen, chemischen, witterungsbedingten oder thermischen Einwirkungen bei Einsätzen, Übungen und Ausbildung. Aber auch die Häufigkeit der Einsätze und die Einsatzbedingungen unterliegen großen Schwankungen. Letztlich beeinflusst auch die Wartung und Pflege sowie die Lagerung die Gebrauchsdauer eines Feuerwehrhelmes.

Verbindliche Informationen zur Gebrauchsdauer müssen die Helmhersteller in ihren Produktbeschreibungen angeben. Diese kann sich auch durch die genannten Einflussfaktoren verringern. Hierbei ist jeder Helm für sich zu betrachten bzw. zu bewerten - unter Umständen mit dem Ergebnis, dass ein Helm noch vor der Aussonderungsfrist des Herstellers das Ende seiner Gebrauchsdauer erreicht hat und damit auszutauschen ist. Andererseits gehen die Helmhersteller bei ihrer Beurteilung der Nutzungsdauer der Helme sicher von einer mittleren bis hohen Einsatzhäufigkeit aus.

Eine Benutzung der Helme über die vom Hersteller genannten Gebrauchsdauer bzw. voraussichtlichen Lebensdauer hinaus wird nicht empfohlen.

Sind zu einem Helm keine Angaben zur Gebrauchsdauer bei der Feuerwehr oder dem Aufgabenträger des Brandschutzes vorhanden oder wird ein über die Herstellerfristen hinausgehender Gebrauch erwogen, muss der Helmhersteller verbindlich um Auskunft gebeten werden.


Hepatitis-Schutzimpfung

Ist eine Hepatitis-Schutzimpfung für Feuerwehrangehörige erforderlich?

Eine generelle Impfpflicht zur Immunisierung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren gegen Hepatitis B (aktive Immunisierung) ist bisher nicht vorgesehen.

Dennoch sind gemäß § 15 BioStoffV in Verbindung mit deren Anhang IV Immunisierungen verpflichtend zu veranlassen, wenn die Beschäftigten bestimmte Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefährdung verrichten. Dazu hat der Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung unter Mitwirkung des Betriebsarztes und ggf. der Fachkraft für Arbeitssicherheit vorzunehmen und einen entsprechenden Maßnahmekatalog aufzustellen.

So hat im Bereich der Feuerwehr der Aufgabenträger Brandschutz ausgehend von einer Gefährdungsbeurteilung eigenverantwortlich das Risiko einer Hepatitis-B-Infektion seiner Feuerwehrangehörigen aus deren Einsatztätigkeit abzuschätzen. Hierbei sind die Häufigkeit entsprechender Einsätze, die Tätigkeiten vor Ort sowie die persönliche Einsatzhäufigkeit der einzelnen Feuerwehrangehörigen zu berücksichtigen.

Erforderliche Impfungen hat der Aufgabenträger Brandschutz dann auf seine Kosten durchführen zu lassen. Er darf sie den Feuerwehrangehörigen nicht in Rechnung stellen. An dieser fakultativen prophylaktischen aktiven Immunisierung beteiligt sich die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg nicht.

In einer Recherche der FUK Thüringen wurde festgestellt, dass Feuerwehrangehörige, welche bei einer Technischen Hilfeleistung verletzte Personen freischneiden bzw. Wiederbelebungsmaßnahmen bei ihnen durchführen, besonders hoch gefährdet sind. Dabei können Hepatitis B - Erreger durch Kontakt mit infektiösem Blut und Körpersekreten der verunfallten unbekannten Personen die Feuerwehrangehörigen über eigene offene Wunden oder die Schleimhäute infizieren. Daher sind insbesondere Verletzungen der Haut der Helfer und der anschließende Kontakt mit dem möglicher Weise infektiösen Blut zu vermeiden. Der Nutzung persönlicher Schutzausrüstungen, wie „Aidshandschuhe“, aber auch der Körperhygiene und der unverzüglichen Reinigung der kontaminierten Kleidung nach einer Hilfeleistung kommen eine große Bedeutung zu.

Nach Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten der zu bergenden Personen und eigenen offenen Wunden oder Verletzungen der Haut bei den betreffenden Feuerwehrangehörigen besteht die Möglichkeit zur nachträglichen (postexpositionellen) Impfung, sofern bisher keine prophylaktische aktive Immunisierung gegen den Hepatitis B-Erreger vorgenommen wurde. Dieser postexpositionelle passive Immunisierung sollten Antiköperbestimmungen im Blut durch den behandelnden Arzt vorangegangen sein. Die passive Immunisierung nach erfolgter Infektion wird durch den zuständigen Unfallversicherungsträger (hier FUK) bezahlt, wenn die Erkrankung Folge eines Arbeitsunfalls ist.

Darüber hinaus empfohlene Sofortmaßnahmen nach einer möglichen Kontamination mit potentiell infektiösem Material sind:

  • Eigene Wunden bluten lassen bzw. auch Blutung anregen (dadurch Wunde „spülen“); desinfi-zieren mit Äthanol 82 Vol% in Kombination mit PVP-Jod
  • Kontakt mit Blut/Körperflüssigkeit auf lädierter Haut: Verunreinigungen grob entfernen, mit Äthanol 82 Vol% in Kombination mit PVP-Jod desinfizieren
  • Spritzer von Blut/Köperflüssigkeiten auf der intakten Haut mit Wasser und Seife abwaschen, mit Äthanol 82 Vol% desinfizieren
  • Spritzer auf die eigenen Schleimhäute (Mund, Nase, Augen): reichlich mit Wasser (oder z. B. mit Destilliertem Wasser) spülen
  • Mögliche Infektion dokumentieren (z. B. im Verbandbuch)
  • Serologische Untersuchung zur Überprüfung des Immunstatus durch Hausarzt oder D-Arzt durchführen lassen
  • Weitere Maßnahmen auf Veranlassung des Arztes vornehmen lassen (z. B. weitere Überwachung des Immunstatus nach 12 Monaten).

Eine Immunisierung eines ausgewählten Personenkreises ist aus der Sicht der FUK eine durchaus sinnvolle Vorsorgemaßnahme zum Schutz der Feuerwehrangehörigen.


Herzschrittmacher, Einsatzdiensttauglichkeit

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige ein-gesetzt werden (§ 14 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“). Bei Zweifeln bezüglich der Tauglichkeit ist ein mit den Aufgaben der Feuerwehr vertrauter Arzt hinzu zu ziehen.

Bei der Aufnahme in die Feuerwehr sind die jeweils vorgesehenen Aufgaben des Bewerbers zu berücksichtigen. Erforderlichenfalls sind dem beratenden Arzt entsprechende Hinweise zum eingeschränkten Aufgabenspektrum zu geben. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der betreffende Bewerber dann u. U. auf Dauer nicht universell für alle feuerwehrdienstlichen Aufgaben einsetzbar ist. Dies muss auch innerhalb der Wehr bekannt sein und umgesetzt werden können.

Darüber hinaus können Personen mit besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten auch als Fachberater der Feuerwehr aufgenommen werden, wenn sie nicht in den regulären Dienst eingegliedert werden sollen (oder können). Hierüber entscheidet der Wehrführer (§ 1 (7) TVFF).

Zu einem konkreten vorliegenden Fall muss ein Arbeitsmediziner sowie der behandelnde Kardiologe in die Beurteilung der Aufnahmefähigkeit des betreffenden Feuerwehrangehörigen einbezogen werden. Diesen müssen detailliert die Aufgaben, für die der Kamerad vorgesehen ist, aufgelistet werden. Bestätigt der Kardiologe dass „keine Erkrankung oder Veränderung des Herzens oder des Kreislaufs mit erheblicher Einschränkung der Leistungs- oder Regulationsfähigkeit und Blutdruckveränderungen stärkeren Grades vorliegt“ und bestätigt er die Einsatzdienstfähigkeit des Herzschrittmacherpatienten, ist gegen die Einbeziehung des Kameraden nichts einzuwenden.


Lärmschwerhörigkeit

Ist ein Feuerwehrangehöriger einsatzdiensttauglich, wenn der Arzt eine G 20-Untauglichkeit feststellt?

Die G 20–Tauglichkeit ist die Bestätigung des ermächtigten Arztes, dass die Eignung eines Probanden für die Tätigkeit am Lärmarbeitsplatz besteht. Bei bestimmten individuellen Indikationen (hierzu gehört nicht ausschließlich nur eine bereits erworbene Schwerhörigkeit) kann der Arzt diese Eignung versagen. Das kann mitunter gravierende berufliche und persönliche Folgen haben.

Ehrenamtlich tätige freiwillige Feuerwehrleute sind nach bisher vorhandenen Erkenntnissen keinem gehörschädigenden Lärm bei ihrer Feuerwehrtätigkeit ausgesetzt. D. h., die zulässige Lärmdosis wird durch Lärmpegel sowie Expositionszeit nicht überschritten. Daher besteht für diese Personengruppe bisher keine Pflicht zur arbeitsmedizinischen Vorsorge nach dem Grundsatz G 20. Damit verlieren sie andererseits nicht automatisch durch Untauglichkeit nach diesem Grundsatz ihre Eignung für den Feuerwehrdienst. Dennoch kann eine hochgradige (ggf. auch ein-seitige) Schwerhörigkeit die Feuerwehrdiensttauglichkeit beeinträchtigen.

Wenn eine Eignung nach G 41 und G 25 bestätigt wird, ist hier bereits durch die innerhalb der G 41 durchgeführten Audiometrie eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit unwahrscheinlich. Dennoch empfehlen wir Ihnen zumindest durch einfache Sprachtests zu überprüfen, ob die Wahrnehmbarkeit von Sprachkommandos und Warnsignalen gewährleistet ist. Dann sollte der Eignung für den Feuerwehrdienst nichts im Wege stehen.

Motorkettensäge, Qualifikation der Bediener

Welche Qualifikation ist zum Bedienen der Motorkettensäge für die Feuerwehr erforderlich? Muss ein Motorkettensägenschein vorhanden sein?

Gemäß § 7 (1) DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ ist der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte vom Unternehmer je nach Art der Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Versicherten befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen einzuhalten.

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§ 14 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“). Die fachlichen Voraussetzungen erfüllt, wer für die je-weiligen Aufgaben ausgebildet ist und seine Kenntnisse durch regelmäßige Übungen und erforderlichenfalls durch zusätzliche Aus- und Fortbildung erweitert. Dies gilt insbesondere auch für Motorkettensägenführer.

Aus beiden Vorschriften ergibt sich die Forderung nach einer den jeweiligen Erfordernissen der einzelnen Feuerwehr entsprechenden Ausbildung. Die Erfordernisse sind von den Aufgabenträgern Brandschutz unter Berücksichtigung des Aufgabenspektrums jeder Feuerwehr jeweils im Besonderen festzulegen.

Eine Hilfestellung bei der Festlegung von Ausbildungsinhalten gibt DGUV Information 214-059 „Ausbildung für Arbeiten mit der Motorkettensäge und die Durchführung von Baumarbeiten“. Hier sind als Anleitung für Ausbilder mehrere Ausbildungsmodule zum Erwerb unterschiedlicher Befähigungen bei der Bedienung der MKS beschrieben.

Die Forderung nach einem „universellen Motorkettensägenschein“ gibt es so nicht. Als universell ausgebildet kann nur gelten, wer nach allen Modulen der DGUV Information 214-059 ausgebildet ist. Das ist in der Praxis für die Feuerwehr seltener erforderlich.

Das bedeutet, dass der Aufgabenträger Brandschutz bei der Auftragsvergabe zur Ausbildung seiner Feuerwehrangehörigen die konkreten Anforderungen der Feuerwehrpraxis benennen muss. Daraus muss der Ausbilder seine Ausbildungsinhalte zusammenstellen.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg empfiehlt den Trägern des Brandschutzes folgende Vorgehensweise:

  • Ausbildung einer kleinen Zahl Befähigter mindestens nach dem Modul A in allen Wehren, in denen eine MKS vorhanden ist (vermitteln theoretischer Grundkenntnisse (Aufbau MKS, PSA ... ) sowie praktische Arbeiten - Schnittübungen am liegenden Holz und stehenden Schwachholz sowie Fällen von Schwachholz einschl. Zufallbringen hängengebliebener Bäume).
  • Ausbildung weniger Kameraden nach den zusätzlichen Modulen B (Fällen und Aufarbeiten von stärkeren Bäumen und Erkennen und Beurteilen von Spannungen im Holz) und weite-ren Modulen. Das stückweise Abtragen von Bäumen aus Arbeitskörben von Drehleitern wird in Modul D behandelt. Bei der Auswahl der auszubildenden Kameraden könnte auch auf bereits ausgebildete Fachleute (z. B. Forstwirte oder Forstwirtschaftsmeister) zurück-gegriffen werden. Letztere können sich auch zur selbständigen Ausbildung der MKS-Führer in den Feuerwehren eignen.
  • Genaue Festlegung, zu welchen Arbeiten welche Personengruppe befugt ist (als Anleitung für die Einsatzleiter). Verfahrensweise regeln, wie die Nachalarmierung der Befähigten für kompliziertere Fälle erfolgen soll.

Der Erwerb der Befähigung zum Umgang mit der MKS mit eine Ausbildung nach den alten Modulen 1 bis 5 kann weiterhin als Befähigungsnachweis anerkannt werden. Wichtig ist jedoch, dass in die Feuerwehrausbildungen auch regelmäßige Auffrischungskurse zum Umgang mit der MKS aufgenommen sind.

Der Erwerb der Befähigung zum Umgang mit der MKS mit eine Ausbildung nach den alten Modulen 1 bis 5 kann weiterhin als Befähigungsnachweis anerkannt werden. Wichtig ist jedoch, dass in die Feuerwehrausbildungen auch regelmäßige Auffrischungskurse zum Umgang mit der MKS aufgenommen sind.

Im Ergebnis der Ausbildung müssen die Ausbilder als die entsprechenden Fachleute im ausgehändigten Zertifikat dem jeweiligen Feuerwehrangehörigen im Einzelnen bestätigen, zu welchen Arbeiten mit der MKS er befähigt wurde. Ein Verweis auf die entsprechenden einzelnen Module aus DGUV Information 214-059 wäre hier hilfreich.

Ist im Zertifikat nicht im einzelnen beschrieben, wozu die ausgebildeten Feuerwehrangehörigen mit dem erfolgreich absolvierten Lehrgang befähigt sind, empfehlen wir, den Ausbilder dazu konkret zu befragen. Mit ihrer Antwort übernehmen die Ausbilder dann auch die fachliche Haftung für das Ergebnis ihres Motorkettensägenlehrganges.


Motorkettensäge, Qualifikation der Ausbilder

Entsprechend ihrer Auswahlverantwortung müssen die Aufgabenträger Brandschutz geeignete Ausbilder mit der Ausbildung beauftragen. Die Eignung kann gegeben sein, wenn die vorgesehenen Ausbilder das notwendige Fachwissen, die erforderlichen Fertigkeiten und über ausreichende pädagogische Kenntnisse zur Wissensvermittlung verfügen.

Diese Anforderungen können z. B. erfahrene Forstwirte oder Forstwirtschaftsmeister, Gärtnermeister mit Berufspraxis erfüllen. Die Ausbilder der Module C und D sollen im Besitz der Befähigung zum Bedienen von Hubarbeitsbühnen nach DGUV Information 308-008 sein.


Schuhe für die Jugendfeuerwehr

Welches Schuhwerk ist für die Jugendfeuerwehr zu beschaffen?

Zum Schutz vor den typischen Gefahren des Feuerwehrdienstes fordert DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ die Bereitstellung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung. Dazu gehören z. B. auch Feuerwehrschutzhandschuhe und das Feuerwehrschutzschuhwerk.

Verantwortlich für die Einschätzung des Risikos von Fußverletzungen ist der Unternehmer – und (in seinem Auftrag) im Einzelfall die jeweilige Führungskraft der Feuerwehr. Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und durchtrittsicherer Sohle sind erforderlich, wenn die entsprechende Gefahren bei entsprechendem Risiko (charakterisiert durch best. Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Schadens und dem Ausmaß der Verletzung) zu erwarten sind.

Muss nicht damit gerechnet werden, dass Angehörige der Jugendfeuerwehr Gefahren durch herabfallende Gegenstände und /oder Gefahren durch Hineintreten in spitze oder scharfe Gegenstände auch unter Berücksichtigung ihres Ausbildungsstandes und den damit verbundenen Tätigkeiten ausgesetzt sind, genügt aus der Sicht der FUK auch im Hinblick auf das Unfallgeschehen bei den Jugendfeuerwehren des Landes Brandenburg der Einsatz von festem, möglichst knöchelhohem Schuhwerk mit rutschfester profilierter Sohle und Absatz, das dem Fuß hinreichend Halt bietet. Leichte Freizeitschuhe aus Stoff, Sandalen oder ähnliche leichte Schuhe sind für den Feuerwehrdienst der Jugendfeuerwehr ungeeignet.

Um eine Auswahl bezüglich geeigneter Schuhe für die JF zu treffen ist es notwendig, ein Schutzziel vorzugeben, das einzuhalten in der Entscheidung und Prüfung des Aufgabenträgers Brandschutz liegt. Das Ziel muss sein, dass

- die Schuhe genügend Halt bieten (dazu sollen sie knöchelhoch und fest sein)

- die Schuhe nicht zu glatt sind (dazu soll eine profilierte Sohle mit Absatz dienen).

Im übrigen gibt auch die Wettbewerbsordnung der Jugendfeuerwehren des Landes Brandenburg einen Hinweis auf mögliches Schuhwerk für Jugendfeuerwehrleute, die mit Löschtechnik umgehen: Hier ist festes Schuhwerk aus Leder angegeben. Diese Anforderung ist mit der FUK abgestimmt.

Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass aufgrund des natürlichen Größenwachstums der Kinder und Jugendlichen das Schuhwerk entsprechend oft getauscht werden muss und das bereits erwähnte geringe Unfallgeschehen dies zulässt und somit die Nutzung von Feuerwehrschuhwerk nicht vorgeschrieben wird.



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Schulungsmaterial für Schulung/Ausbildung

Stellt die FUK Schulungsmaterial für die Feuerwehren zur Verfügung?

Die FUK BB verschickt regelmäßig die von den Feuerwehr-Unfallkassen entwickelten Medien-pakete in der Zahl der Ortswehren/Löschzüge an alle Aufgabenträger Brandschutz in Brandenburg. Darin enthalten sind jeweils ein Begleitheft mit wichtigen fachlichen Hinweisen zum Thema sowie eine DVD mit einer Power-Point Präsentation und einem Schulungsfilm. Der Film soll in die Schulung an zeitlich passender Stelle während der ppt-Präsentation eingefügt werden.

Die Medienpakete werden flankiert von Plakaten zum Aufhängen an geeigneter Stelle im Feuerwehrhaus für kurze Unterweisungen durch die Ausbilder sowie zum Nachlesen von den Kameraden selbst genutzt werden können.

Darüber hinaus eignen sich neben zahlreichen DGUV Informationen insbesondere die Information „Sicherheit im Feuerwehrdienst“ besonders für die Standortausbildung vor Ort.

Offenbar erreichen diese Materialien nicht immer die Feuerwehren und die mit der Schulung betrauten Kameraden. Wir bitten erforderlichenfalls nachzuprüfen, wo diese Unterlagen abbleiben und anzustoßen, dass die Verteilerwege in die Ortswehren funktionieren.


Spenden

Beteiligt sich die FUK durch Spenden an Jubiläen oder anderen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen der Feuerwehren?

Als Unfallversicherungsträger können wir die Gelder nur in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise (SGB VII) verwenden. Unsere Mittel, die wir vorrangig für die Heilbehandlung und Entschädigung nach Arbeitsunfällen und zu einem sehr kleinen Teil für die Unfallverhütung verwenden, erhalten wir ausschließlich über die Mitgliedsbeiträge der Aufgabenträger Brandschutz des Landes Brandenburg. Daher ist es uns leider nicht möglich, Jubiläen oder andere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen der Feuerwehren mit Spenden zu unterstützen.

Zu ausgewählten besonderen Anlässen, wie z. B. zum Tag der offenen Tür der Landesfeuerwehrschule geben wir Unterstützung mit einem kleinen Stand, an dem wir selbst Quiz für Jugendfeuerwehren mit besonderen Fragen zur Unfallverhütung durchführen und dabei auch kleine Preise verlosen.


Spezielle persönliche Schutzausrüstung

Für einen kompletten Schutz vor den Gefahren des Innenangriffs erfüllt eine auf einander abgestimmte Schutzausrüstung, bestehend aus

  • Feuerwehrhelm nach DIN EN 443,
  • Feuerschutzhaube DIN EN 13911,
  • Schutzkleidung der Leistungsstufe 2 nach DIN EN 469,
    (oder Überkleidung nach HuPF Teile 1 und 4B
    oder Überkleidung nach HuPF Teile 1 und 4A mit 2)
    (siehe auch „Kleidung“)
  • Handschuhen nach DIN EN 659 und
  • Feuerwehrstiefeln nach DIN EN 15090 (Typ F2A)
  • Feuerwehrhaltegurt nach DIN 14927 in Verbindung mit der Feuerwehrleine nach DIN 14920 oder den Gerätesatz Absturz nach DIN 14900-17 als Auffangeinrichtung bei möglichem Absturz

     die Anforderungen der PSA-Benutzungsverordnung und der UVV „Feuerwehren“.

Bei anderen Aufgaben der Feuerwehr kann entsprechend der dort auftretenden geringeren Gefahrenpotenziale die Schutzwirkung der einzusetzenden Schutzausrüstungen reduziert werden.

So benötigen Feuerwehrangehörige außerhalb des Gefahrenbereichs eines Flash-Overs beim Innenangriff z. B. folgende PSA:

  • Feuerwehrhelm nach DIN EN 443,
  • Schutzkleidung der Leistungsstufe 1 nach DIN EN 469,
    (oder Feuerwehrkleidung nach HuPF Teile 2 und 3)
  • Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken nach DIN EN 388 und
  • Feuerwehrstiefeln nach DIN EN 15090 (Typ F2A)
  • und bei Absturzgefahren den o. g. Haltegurt mit der Feuerwehrleine als Sicherung gegen Absturz oder den Gerätesatz Absturz als Auffangeinrichtung bei möglichem Absturz.

Hierzu vgl. „Hinweise und Empfehlungen zur Ausstattung der öffentlichen Feuerwehren mit persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere Einsatzbekleidung“ des Landes Brandenburg vom Mai 2011.


Tauglichkeitsuntersuchungen und Arbeitsmedizinische Vorsorge für die Feuerwehr

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§ 14 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“). Auswahlverantwortung hierfür trägt der Unternehmer (hier der Aufgabenträger Brandschutz). Er hat den zu untersuchenden Personenkreis zu bestimmen, und deren Ergebnisse auszuwerten sowie ggf. Schlussfolgerungen (Einsatzbeschränkungen, Nachuntersu-chungsfristen oder weitere ärztliche Hinweise) zu ziehen und entsprechende Festlegungen zu treffen. Die Kosten hierfür darf er nicht den Feuerwehrangehörigen auferlegen.

Untersuchungen als arbeitsmedizinischen Vorsorge nach ArbMedVV sind für berufliche Tätigkeiten vorge-schrieben, die die Gesundheit der Beschäftigten gefährden können (arbeitsmedizinische Überwachung). Diese von Arbeitsmedizinern durchzuführenden Vorsorgemaßnahmen sind keine Tauglichkeitsuntersuchungen für Tätigkeiten, an die bestimmte körperliche Anforderungen gestellt werden müssen. Für letztere sind vereinzelt Tauglichkeitsanforderungen in gesonderten Rechtsvorschriften enthalten.

Besondere Anforderungen hinsichtlich der Tauglichkeit von Feuerwehrangehörigen sind bisher nach Zürückziehung der Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ nur noch in FwDV 7 „Atem-schutz“ und in der DA zu §14 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ enthalten. Hierbei sollte man sich an den DGUV Grundsätzen für arbeitsmedizinische Untersuchungen orientieren.

Eine weitere Hilfestellung bei der Beurteilung der Tauglichkeit / Eignung bietet die Entscheidungshilfe zu Eignung und Funktion in der Freiwilligen Feuerwehr der HFUK Nord.

Werden aus der Sicht der untersuchenden Ärzte fachärztliche Untersuchungen durch weitere hinzugezogene Ärzte notwendig, so gehen auch diese Kosten im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen zu Lasten des Aufgabenträgers Brandschutz.

Eine Übersicht Tauglichkeitsuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen ist in folgendem Bild dargestellt.

BILD

Eine „Grunduntersuchung“ im Sinne einer Eignungs- oder einer Vorsorgeuntersuchung für die „allgemeine Feuerwehrtauglichkeit“ sowie auch die „Einsatzdiensttauglichkeit“ für Feuerwehrangehörige gibt es bisher nicht.

Eignungsuntersuchungen gehören nicht zu Vorsorgeuntersuchungen gemäß ArbMedVV, sondern sind zwischen Unternehmer (hier Aufgabenträger Brandschutz) und Betriebsarzt nach ASiG sowie falls zuständig auch dem betreffenden Betriebs- oder Personalrat zu vereinbaren.

Bei Zweifeln an der Tauglichkeit kann ein mit den Aufgaben vertrauter Arzt befragt werden (DA zu §14 DGUV Vorschrift 49 "Feuerwehren" sowie TVFF).

Eine Hilfestellung zur Einschätzung der Tauglichkeit von Feuerwehrangehörigen für verschiedene Aufgaben in der Feuerwehr gibt die Entscheidungshilfe der HFUK Nord unter http://www.hfuknord.de/hfuk/aktuelles/meldungen/entscheidungshilfe-hfuk-nord-vordrucke.php.

Eine arbeitsmedizinische Vorsorge ist gemäß ArbMedVV für Atemschutzgeräteträger (Einsatz mit umluftunabhängigem schwerem Atemschutz) vorgeschrieben. Die neue DGUV Vorschrift 49 „Feuerweh-ren“ wird für das Tragen von Atemschutzgeräten durch Einsatzkräfte der Feuerwehren eine entsprechende Tauglichkeitsuntersuchung durch geeignete Ärzte vorschreiben. Wird diese Tauglichkeitsuntersuchung durchgeführt, ist auch gleichzeitig der Pflichtvorsorge nach ArbMedVV genüge getan.

Diese Untersuchungen der AGT sollen entsprechend den „DGUV Grundsätzen für arbeitsmedizinische Untersuchungen“ nach dem Grundsatz G 26.3 „Atemschutzgeräte“ erfolgen.

Eine weitere Untersuchungsart kann erforderlich werden, wenn die Möglichkeit zum Tätigwerden im unge-sicherten Bereich in der Höhe mit Absturzrisiko besteht. Das Risiko, im absturzgefährdeten Bereich arbei-ten zu müssen (absturzgefährdeter Bereich = Bereich ohne kollektive Absturzsicherungen, wie z. B. Ge-länder), ist aus der Gefährdungsbeurteilung (tätigkeitsbezogen) zu ermitteln. Aus der Sicht der FUK können Atemschutzgeräteträger regelmäßig in den Zwang kommen, dort tätig werden zu müssen. Dabei sind auch kurzzeitige oder gelegentliche Arbeiten mit Absturzgefahr zu berücksichtigen. Diese Untersuchung sollte für Atemschutzgeräteträger als Tauglichkeitsuntersuchung vorgesehen werden. Diese Untersuchung nach G 41 wird bei Bedarf von den untersuchenden Ärzten gleichzeitig mit der G 26-Untersuchung für einen sehr geringen Aufpreis im Paket gleich mit angeboten. (Es ist daher kein weiterer neuer Untersuchungstermin zu vereinbaren.)

Eine generelle Impfpflicht zur Immunisierung aller Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren gegen He-patitis B (aktive Immunisierung) ist bisher nicht vorgesehen. Dennoch sind gemäß § 15 BioStoffV in Ver-bindung mit deren Anhang IV Immunisierungen verpflichtend zu veranlassen, wenn die Beschäftigten bestimmte Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefährdung verrichten.

Dazu hat der Unternehmer im Kontext mit der ArbMedVV das Risiko einer Exposition der Feuerwehrangehörigen (z. B. mit Hepatitis B und C – Erregern) unter Mitwirkung des Betriebsarztes und ggf. der Fachkraft für Arbeitssicherheit mittels einer Gefährdungsbeurteilung zu bewerten und einen entsprechenden Maßnahmenkatalog für die erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen bei nicht gezielter Tätigkeit mit Infektionsge-fahren aufzustellen.

Eine Pflichtuntersuchung ist in der ArbMedVV für Notfall- und Rettungsdienste ausgewiesen. Daher ist für alle im Rettungsdienst eingesetzten Feuerwehrangehörige (in der Regel alle hauptamtlichen oder Berufsfeuerwehrleute) eine regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem Grundsatz G 42 vorgeschrieben.

Einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind z. B. aber auch Feuerwehrangehörige, die bei der TH mit Unfallopfern und/oder (getrocknetem) Blut in Berührung kommen können. Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg empfiehlt den Trägern des Brandschutzes unter Einbeziehung der Beratung eines Arbeitsmediziners die Durchführung einer Risikobewertung zu diesem Thema. Hier ist das Risiko einer Gefährdung hinsichtlich der Häufigkeit der Einsätze, der Vorgehensweise (insbesondere bei der technischen Rettung) und der Einsatzhäufigkeit einzelner Feuerwehrangehöriger zu berücksichtigen. Eine Angebotsuntersuchung nach G 42 (serologische Untersuchung) empfiehlt sich somit auch für häufig zur Technischen Hilfeleistung im Angriffs-trupp eingesetzte Feuerwehrangehörige der Freiwilligen Feuerwehr.

Bei der ärztlichen Untersuchung ist dem Feuerwehrangehörigen durch den Arzt ein Impfangebot zur prophylaktischen Immunisierung gegenüber Hepatitis B zu unterbreiten (Aufforderung dazu durch den Auf-traggeber). Die Ablehnung des Impfangebotes allein ist kein Grund für die Formulierung gesundheitlicher Bedenken gegen die Ausübung der gefährdenden Tätigkeit bei der Feuerwehr.

Erforderliche Impfungen hat der Träger des Brandschutzes auf seine Kosten durchführen zu lassen. Er darf sie den Feuerwehrangehörigen nicht in Rechnung stellen. An dieser fakultativen prophylaktischen aktiven Immunisierung beteiligt sich die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg zunächst nicht.

Dürfen Feuerwehrangehörige mit körperlichen Beeinträchtigungen im Feuerwehrdienst eingesetzt werden?

Grundsätzlich dürfen für den Feuerwehrdienst nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrange-hörige eingesetzt werden (§ 14 Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ (DGUV Vorschrift 49). Bei Zweifeln bezüglich der Tauglichkeit ist ein mit den Aufgaben der Feuerwehr vertrauter Arzt hinzuzu-ziehen. Diesem sind erforderlichenfalls konkret die zu erwartenden Belastungen des betreffenden Feuerwehrangehörigen aufzulisten.

Bereits bei der Aufnahme in die Feuerwehr sollte die Eignung der Bewerber anhand der jeweiligen vorgesehenen Aufgaben berücksichtigt werden. Besondere Anforderungen werden hinsichtlich der körperlichen und fachlichen Eignung an Atemschutzgeräteträger sowie an Taucher gestellt.

In wie weit Behinderungen einen universellen Einsatz ausschließen bzw. einschränken, hat der Aufga-benträger Brandschutz in Abstimmung mit dem ärztlichen Berater zu entscheiden. Ggf. ärztlicherseits attestierte Einschränkungen der Belastbarkeit schränken die Disponibilität des betreffenden Feuer-wehrangehörigen für den universellen Einsatzdienst ein.

Darüber hinaus können Personen mit besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten auch als Fachberater der Feuerwehr aufgenommen werden, wenn sie nicht in den regulären Dienst eingegliedert werden sollen (oder können). Hierüber entscheidet der Wehrführer (§ 1 (7) TVFF).

Beim Aufgabenträger Brandschutz verbleibt die Auswahlverantwortung, die für die jeweils vorge-sehenen Aufgaben geeigneten Personen auszuwählen. Über die Tauglichkeit der Feuerwehran-gehörigen entscheidet letztendlich der Aufgabenträger Brandschutz anhand der Stellungnahme des hinzugezogenen Arztes. Er muss alles Erforderliche über die Auswahlkriterien, Verfahrens-weisen und Entscheidungskompetenzen z. B. auch der Wehrführer zur Aufnahme von Feuer-wehrangehörigen regeln.



Unterweisungen

Welche Materialien stellt die FUK den Feuerwehren für Unterweisungen zur Verfügung?

Der Unternehmer hat die Versicherten regelmäßig über die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen sowie die entsprechenden Maßnahmen zur Unfallverhütung aktenkundig zu unterweisen (§ 4 DGUV Vor-schrift 1).

Im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sind Unterweisungen zu vielen unterschiedlichen Themen inner-halb der Feuerwehr durchzuführen. Zur Unterstützung entwickelt die FUK jährlich ein neues Medienpaket und verschickt es an die Aufgabenträger Brandschutz zur Weitergabe an die einzelnen Ortswehren. Diese Medienpakete lassen sich gut in eine Schulung/Unterweisung einbauen.

Bisher (Stand 2017) wurden folgende Medienpakete mit DVD herausgegeben

1.    „Grundsätze der Prävention”

2.    “Wasserförderung – Sicheres Fördern von Wasser”

3.    „Persönliche Schutzausrüstung“

4.    „Feuerwehrwettkämpfe“

5.    „Das sichere Feuerwehrhaus“

6.    „Sicherer Transport von Mannschaft und Gerät“

7.    „Die sichere Einsatzstelle“

8.    „Kinder in der Feuerwehr“

9.    „Die sichere Heißausbildung“

10.    „Sicherer Einsatz an und auf dem Wasser“

11.    „Sichererer Übungs- und Schulungsdienst“.

Auch die Filme der Videokassetten aus den Medienpaketen „Sicher zu Einsatz und Übung“ sowie „Brandgefährlich“ wurden nachträglich auf CD gebrannt und verteilt.

Darüber hinaus ist die DGUV Information 205-010 "Sicherheit im Feuerwehrdienst" einschließlich der in ihr enthaltenen CD sehr gut für Ausbildung und Unterweisung geeignet.

Weitere Hinweise zu Unterweisungsthemen, die über die eigentlichen Ausbildungs- und Fortbildungsthemen der Feuerwehr hinausgehen, erläutern wir in den Führungskräfte-Seminaren der FUK.

Bei der Planung von Unterweisungen ist zu prüfen, worüber unterwiesen werden muss, wozu es Schulungs-, Motivations- oder Aufklärungsbedarf gibt.


Vorsorgeuntersuchungen

Übernimmt die FUK die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen der Feuerwehrangehörigen?

Nach ArbMedVV vorgeschriebene oder anzubietende Vorsorgeuntersuchungen sind vom Aufgabenträger Brandschutz zu organisieren und zu überwachen und zu finanzieren.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg kann nur Kosten übernehmen, die nach einem Arbeitsunfall als Heilbehandlung zur Wiederherstellung der Gesundheit bzw. der Erleichterung der Verletzungsfolgen aufgetreten sind. Die Kosten für Eignungsuntersuchungen oder Vorsorgeuntersuchungen werden nicht von der FUK übernommen.

Weitere Fragen zu Untersuchungen s. Tauglichkeit


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