1. Atemschutzübungsanlagen

Verschiedene Fragen zum Betreiben von Atemschutzübungsanlagen der Feuerwehren sind im Download zu finden:

  • Hinweise zu Atemschutzübungsanlagen
  • Abbruchkriterien beim Übungslauf
  • Belastungsempfehlungen bei G 26 – Untersuchung
  • Fragebogen vor dem Übungslauf
  • Kontraindikationen Belastungsübung

2. Absturzsicherung der Feuerwehr beim Räumen von Dächern

Wie müssen sich Feuerwehrleute bei der Schneebeseitigung von Dächern gegen Absturz schützen?

In den letzten Jahren hatte auch in Brandenburg der Winter vehement Einzug gehalten. Auch hier lasteten gewaltige Schneemassen auf den Dächern. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und andere Freiwillige werden häufig von den Kommunen, Organisationen und Betrieben angefordert, um einsturzgefährdete Dächer vom Schnee zu befreien. Dabei ist es meist gar nicht die Aufgabe der Feuerwehren, hier entsprechend BbgBKG tätig zu werden. Vielmehr sollten dazu professionelle Firmen eingesetzt werden.

Im Falle eines Unfalls sind die Feuerwehrangehörigen bei der Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg gesetzlich unfallversichert.

Aber wichtiger ist es, Unfälle zu verhüten. Und: Eigenschutz geht auch hier vor Sachwerteschutz! Um Unfälle zu verhüten ist bei allen Arbeiten auf Dächern sicherzustellen, dass ein Abstürzen oder Abrutschen der Helfer verhindert werden. Dächer mit Durchbruch- beziehungsweise Absturzgefahr dürfen nur mit ausreichenden Sicherungsmaßnahmen betreten werden.

Das gilt auch für Flachdächer und deren Kanten, die einen sicheren Eindruck erwecken. Gefahren stellen hier auch unter Schnee verborgene Glaskuppeln oder Fenster wegen eines möglichen Durchbruchs dar. Deshalb ist es besonders wichtig, sich vor einem Einsatz auf dem Dach über die örtlichen Gegebenheiten zu informieren. Eine genaue „Lageerkundung“ ist auch hier wie bei jedem Feuerwehreinsatz unerlässlich. Die Gebäudeeigentümer und ggf. auch Statiker sind vor dem Betreten der Dächer hinzu zu ziehen.

Als Sicherungsmaßnahmen bei Arbeiten auf Dächern kommen folgende in Betracht:

Schutz gegen Absturz

Eine Sicherungsmaßnahme für Feuerwehrleute gegen Absturz ist die zur speziellen persönlichen Schutzausrüstung gehörende Feuerwehrleine. Sie ist eine Halteleine und so einzusetzen, dass die Feuerwehrangehörigen bei stets straff zu haltender Leine (z. B. über einen auf der gleichen oder einen höheren Ebene befindlichen zweiten Feuerwehrmann) vor dem Fallen oder das Abrutschen bewahrt werden. Die Sicherungsleine ist stets straff zu halten, damit ein Fallen in diese Leine ausgeschlossen ist. Der Sichernde muss sich selbst natürlich auch an einem Anschlagpunkte sichern.

Schutz bei Absturz

Zum Schutz bei Absturz sind Auffangsysteme einzusetzen. Geeignet sind z. B. der Gerätesatz Absturzsicherung nach DIN 14900-17 - ein Kernmantel-Dynamikseil und Sicherheitsgeschirr (Auffanggurt) - oder ein Verbindungsseil mit Falldämpfer und Auffanggurt oder ein Höhensicherungsgerät kombiniert mit einem Auffanggurt. Diese Systeme lassen sich nur anwenden, wenn auch geeignete Anschlagpunkte vorhanden sind. Alternativ könnten dazu auch die bei einigen Feuerwehren vorhandenen Drehleiterfahrzeuge eingesetzt werden.

3. Bauarbeiten

Dürfen Feuerwehrangehörige zu Bauarbeiten am eigenen Feuerwehrhaus herangezogen werden?

Bei der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte ist deren Befähigung für die Aufgabenerfüllung hinsichtlich der für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen zu berücksichtigen (Auswahlverantwortung des Trägers des Brandschutzes nach § 7 UVV GUV-V A 1). Wir empfehlen daher die Beauftragung einer Fachfirma, unter deren Anleitung die Feuerwehrangehörigen ausgewählte Aufgaben und Zuarbeiten durchführen. Einfache Arbeiten (z. B. Malerarbeiten) können dagegen von fachkundigem Personal in Eigenregie übernommen werden.

4. Beschaffung von Technik

Was ist bei der Beschaffung von Technik für die Feuerwehren zu beachten?

Zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Ziele der Europäischen Gemeinschaft (freier Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehr) innerhalb der EU gibt sie zur Vermeidung von Handelshemmnissen vor, welchen Sicherheitsanforderungen innerhalb der EU hergestellte oder in die EU eingeführte Waren genügen müssen. Diese Sicherheitsanforderungen werden in europäischen Richtlinien oder Verordnungen festgeschrieben. Die Mitgliedsländer der EU müssen die Vorgaben dieser Richtlinien 1:1 in ihr nationales Recht umsetzen. Sie dürfen keine darüber hinausgehenden Anforderungen an die Beschaffenheit der Technik formulieren. Für die größte Zahl der Produkte müssen europäische Hersteller oder Einführer von Waren in den europäischen Wirtschaftsbereich selbst nachweisen, dass die Vorgaben der europäischen Richtlinien eingehalten sind: Selbstzertifizierung mit am Produkt deutlich angebrachtem CE-Zeichen.

Um den Herstellern bei der Entwicklung ihrer Produkte Hilfestellung zu geben, werden mit Mandat der Europäischen Kommission europäische Normen entwickelt, die in das jeweilige nationale Regelwerk über-nommen werden können (z. B. DIN EN als allgemein anerkannte Regeln der Technik in Deutschland).

Berücksichtigen die Hersteller derartige Produktnormen (Typ C) beim Bau ihrer Produkte, ist gewährleistet, dass diese Produkte die Sicherheitsanforderungen der zutreffenden europäischen Richtlinien einhalten.

Die Mitgliedsländer der EG dürfen zur Vermeidung von Handelshemmnissen keine über die Anforderungen der europäischen Richtlinien hinausgehenden Anforderungen an die Technik stellen. Sie dürfen aber vorgeben, dass die Produktbeschreibungen bestimmter Normen eingehalten werden. Damit stellen sie keine höheren Anforderungen, als in den europäischen Richtlinien beschrieben.

Das Land Brandenburg hat dies berücksichtigt und zur Unterstützung der Aufgabenträger Brandschutz bei der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung für die Feuerwehr im Jahr 2011 ‚Hinweise und Empfehlungen zur Ausstattung der öffentlichen Feuerwehren mit persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere Einsatzbekleidung herausgegeben.

Für persönlichen Schutzausrüstungen der Feuerwehren gibt es bereits harmonisierte europäische Normen. Herstellern muss vom Käufer der Nachweis (angebracht am Produkt) abverlangt werden, dass das Produkt die Anforderungen der entsprechenden Norm und durch ein angebrachtes CE-Zeichen gleichzeitig auch die Schutzziele der europäischen PSA-Verordnung erfüllt.


5. Brillen für Atemschutzträger oder für Kraftfahrer

Übernimmt die FUK die Kosten für die Beschaffung von Maskenbrillen oder Brillen für Kraftfahrer?

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§14 UVV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53)). Der Aufgabenträger Brandschutz hat den zu untersuchenden Personenkreis zu bestimmen, die vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen zu organisieren und zu überwachen und deren Ergebnisse auszuwerten sowie ggf. Schlussfolgerungen (Einsatzbeschränkungen, Nachuntersuchungsfristen, bestimmte Voraussetzungen) zu ziehen und entsprechende Festlegungen zu treffen. Die Kosten hierfür darf er nicht den Feuerwehrangehörigen auferlegen.

Ist die Tauglichkeit aus der Sicht der untersuchenden Ärzte mit der bestimmten Voraussetzung des Tragens einer Brille verbunden, muss der Aufgabenträger Brandschutz auch dafür sorgen, dass durch geeignete Hilfsmittel individuelle körperliche Unzulänglichkeiten der Feuerwehrangehörigen ausgeglichen werden, um dadurch die Einsatzfähigkeit zu erhalten.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg kann nur Kosten übernehmen, die nach einem Arbeitsunfall als Heilbehandlung zur Wiederherstellung der Gesundheit bzw. der Erleichterung der Verletzungsfolgen aufgetreten sind. Die Kosten für die Beschaffung von Brillen werden nicht von der FUK übernommen.

6. D-Arzt

Wann muss der D-Arzt aufgesucht werden?

Gemäß § 24 DGUV Vorschrift 1 muss der Unternehmer darauf hinwirken, dass Versicherte einem Durchgangsarzt vorgestellt werden, es sei denn, dass der erstbehandelnde Arzt festgestellt hat, dass die Verletzung nicht über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich nicht mehr als eine Woche beträgt.

Im Vertrag der Bundesvereinigungen der Unfallversicherungsträger mit der Kassenärztlichen Bundesverei-nigung vom 1. Mai 2001 über die Durchführung der Heilbehandlung, die Vergütung der Ärzte sowie die Art und Weise der Abrechnung der ärztlichen Leistungen ist zur Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt folgendes geregelt:

“Der (behandelnde) Arzt hält den Unfallverletzten an, sich unverzüglich einem D-Arzt vorzustellen, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich länger als eine Woche beträgt. Eine Vorstellung beim D-Arzt hat auch dann zu erfolgen, wenn nach Auffassung des behandelnden Arztes die Verordnung von Heilmitteln oder Hilfsmitteln (mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen) erforderlich ist. Bei Wiedererkrankung ist in jedem Fall eine Vorstellung beim D-Arzt erforderlich. ... „

Im Ausnahmefall kann hiervon abgewichen werden, wenn andere Ärzte vorher eine Genehmigung zur Verschreibung von Heilmitteln durch den Unfallversicherungsträger erhielten. In diesem Fall entfällt auch die Vorstellungspflicht beim D-Arzt.

Bei Vorliegen einer Augen- oder Hals-, Nasen-, Ohrenverletzung ist der nächsterreichbare Arzt des ent-sprechenden Fachgebiets aufzusuchen, wenn dies nicht eine ärztliche Erstversorgung erübrigt hat.

Die Verordnung von Arznei- und Verbandmitteln darf auch durch den behandelnden Arzt (z. B. Hausarzt) erfolgen. Hierbei sind das Ankreuzfeld „Arbeitsunfall“ zu kennzeichnen und der Freivermerk einzutragen. Damit entfällt die Zuzahlungsverpflichtung für den betreffenden Feuerwehrangehörigen.

Ist keine Krankschreibung zu erwarten oder beträgt die Behandlungsbedürftigkeit bei einem Arzt kürzer als eine Woche, kann der Hausarzt aufgesucht werden.

Hier bei sind:

Arznei- und Verbandmittel: alle ärztlich verordneten, zur ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung erforderlichen Mittel.

Heilmittel: alle ärztlich verordneten Dienstleitungen, die einem Heilzweck dienen oder reinen Heilerfolg si-chern (z. B. Physiotherapie)

Hilfsmittel: alle ärztlich verordneten Sachen, die den Heilerfolg sichern oder die Folgen von Gesundheits-schäden mildern oder ausgleichen (z. B. Körperersatzstücke, orthopädische oder andere Hilfsmittel einschl. der notwendigen Änderungen usw.).


7. Handschuhe

Welche Handschuhe braucht die Feuerwehr für den Feuerwehreinsatz?

Den Feuerwehrangehörigen sind nach § 12 (1) UVV GUV „Feuerwehren“ (GUV-V C 53) geeignete persönliche Schutzausrüstungen und damit auch auf die Gefahren des Feuerwehrdienstes abgestimmte Feuerwehrhandschuhe zur Verfügung zu stellen. Personenbezogen ist daher eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, bei der ausgehend von den jeweiligen Aufgaben und Tätigkeiten jedes Feuerwehrangehörigen die möglichen Gefahren vorgesehener Einsätze ermittelt und daraus die erforderlichen persönlichen Schutzmaßnahmen abgeleitet werden.

Diese Forderung nach geeigneten Handschuhen ist z. B erfüllt, wenn sie DIN EN 659 entsprechen. Diese gilt Norm für Handschuhe, „die die Hände bei normalen Feuerbekämpfungstätigkeiten einschließlich Bergung und Rettung schützen“ sollen. D. h., diese Handschuhe sind zu tragen, wenn mit dem Auftreten hoher Wärmestrahlung sowie hoher Kontaktwärme – also z. B. bei der Brandbekämpfung im Innenangriff - zu rechnen ist.

Achtung: In DIN EN 659 ist der Wasserdurchgangswiderstand bisher nur als optional wählbar aufgeführt. Es ist daher unbedingt darauf zu achten, dass der Feuerwehrhandschuh mit Membran bestellt wird, die seine Durchfeuchtung und damit die erhebliche Herabsetzung seiner Isolationsfähigkeit verhindert.

Für andere Tätigkeiten z. B. der Technischen Hilfeleistung (ohne zu erwartende hohe Temperaturen) können auch andere geeignete Handschuhe nach der Norm DIN EN 388 „Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken“ getragen werden.

Bei Auftreten flüssiger Chemikalien dagegen müssen dazu geeignete spezielle flüssigkeitsdichte und chemikalienresistente Handschuhe zur Verfügung stehen.


8. Hausarzt

Dürfen Hausärzte nach einem Arbeitsunfall Arznei- und Verbandmittel verschreiben?

Die Hausärzte dürfen Arznei- und Verbandmittel verschreiben und dabei den entsprechenden Vermerk zum Arbeitsunfall sowie den Freivermerk ankreuzen. Damit entfällt die Zuzahlungsverpflichtung für den betreffenden Feuerwehrangehörigen. – siehe auch D-Arzt

9. Helme

Haben alte Feuerwehrhelme Bestandsschutz und dürfen sie noch zur Brandbekämpfung eingesetzt werden?

Aus wenigen Vorfällen in der Bundesrepublik ist bekannt, dass es vereinzelt zu Helmverformungen von Feuerwehrhelmen gekommen ist. Dies hat sich allerdings bisher ausschließlich bei Einsatz von Helmen aus Textil-Phenolkunstharz in Brandübungscontainern ereignet. Hier gehen Feuerwehrangehörige anders vor, als unter realen Einsatzbedingungen. Im Einsatz sind die Feuerwehrangehörigen gehalten, sich unabhängig von der mittlerweile guten Schutzwirkung der Einsatzkleidung taktisch so zu verhalten, als wenn sie diese Kleidung nicht hätten. Das bedeutet, dass im Einsatz bei Herannahen eines Flash-Over der Gefahrenbereich schnellstens zu verlassen ist. Anders im Brandübungscontainer: Hier wird gezielt das Erkennen und die Bekämpfung des Flash-Overs geübt. Die Verweildauer bei den dabei auftretenden Temperaturen ist dort größer. Deshalb hat die FUK Brandenburg vorgegeben, dass Feuerwehrhelme aus Textil-Phenolkunstharz nicht in Brandübungscontainern eingesetzt werden dürfen. Für den Brandeinsatz gilt der Bestandsschutz von Feuerwehrhelmen.


Wie lange können Feuerwehrhelme eingesetzt werden?

Auf Feuerwehrhelme wirken während ihres Gebrauchs vielfältige Faktoren ein, die die Gebrauchsdauer und damit die Lebenszeit eines Helmes beeinflussen. Hierzu zählen unter anderem die mechanischen, chemischen, witterungsbedingten oder thermischen Einwirkungen bei Einsätzen, Übungen und Ausbildung. Aber auch die Häufigkeit der Einsätze und die Einsatzbedingungen unterliegen großen Schwankungen. Letztlich beeinflusst auch die Wartung und Pflege sowie die Lagerung die Gebrauchsdauer eines Feuerwehrhelmes.

Verbindliche Informationen zur Gebrauchsdauer müssen die Helmhersteller in ihren Produktbeschreibungen angeben. Diese kann sich auch durch die genannten Einflussfaktoren verringern. Hierbei ist jeder Helm für sich zu betrachten bzw. zu bewerten - unter Umständen mit dem Ergebnis, dass ein Helm noch vor der Aussonderungsfrist des Herstellers das Ende seiner Gebrauchsdauer erreicht hat und damit auszutauschen ist. Andererseits gehen die Helmhersteller bei ihrer Beurteilung der Nutzungsdauer der Helme sicher von einer mittleren bis hohen Einsatzhäufigkeit aus.

Eine Benutzung der Helme über die vom Hersteller genannten Gebrauchsdauer bzw. voraussichtlichen Lebensdauer hinaus wird nicht empfohlen.

Sind zu einem Helm keine Angaben zur Gebrauchsdauer bei der Feuerwehr oder dem Aufgabenträger des Brandschutzes vorhanden oder wird ein über die Herstellerfristen hinausgehender Gebrauch erwogen, muss der Helmhersteller verbindlich um Auskunft gebeten werden.


10. Hepatitis-Schutzimpfung

Ist eine Hepatitis-Schutzimpfung für Feuerwehrangehörige erforderlich?

Eine generelle Impfpflicht zur Immunisierung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren gegen Hepa-titis B (aktive Immunisierung) ist bisher nicht vorgesehen.

Dennoch sind gemäß § 15 BioStoffV in Verbindung mit deren Anhang IV Immunisierungen verpflichtend zu veranlassen, wenn die Beschäftigten bestimmte Tätigkeiten mit erhöhter Infektionsgefährdung verrichten. Dazu hat der Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung unter Mitwirkung des Betriebsarztes und ggf. der Fachkraft für Arbeitssicherheit vorzunehmen und einen entsprechenden Maßnahmekatalog aufzustellen.

So hat im Bereich der Feuerwehr der Aufgabenträger Brandschutz ausgehend von einer Gefährdungsbeurteilung eigenverantwortlich das Risiko einer Hepatitis-B-Infektion seiner Feuerwehrangehörigen aus deren Einsatztätigkeit abzuschätzen. Hierbei sind die Häufigkeit entsprechender Einsätze, die Tätigkeiten vor Ort sowie die persönliche Einsatzhäufigkeit der einzelnen Feuerwehrangehörigen zu berücksichtigen.

Erforderliche Impfungen hat der Aufgabenträger Brandschutz dann auf seine Kosten durchführen zu lassen. Er darf sie den Feuerwehrangehörigen nicht in Rechnung stellen. An dieser fakultativen prophylakti-schen aktiven Immunisierung beteiligt sich die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg nicht.

In einer Recherche der FUK Thüringen wurde festgestellt, dass Feuerwehrangehörige, welche bei einer Technischen Hilfeleistung verletzte Personen freischneiden bzw. Wiederbelebungsmaßnahmen bei ihnen durchführen, besonders hoch gefährdet sind. Dabei können Hepatitis B - Erreger durch Kontakt mit infektiösem Blut und Körpersekreten der verunfallten unbekannten Personen die Feuerwehrangehörigen über eigene offene Wunden oder die Schleimhäute infizieren. Daher sind insbesondere Verletzungen der Haut der Helfer und der anschließende Kontakt mit dem möglicher Weise infektiösen Blut zu vermeiden. Der Nutzung persönlicher Schutzausrüstungen, wie „Aidshandschuhe“, aber auch der Körperhygiene und der unverzüglichen Reinigung der kontaminierten Kleidung nach einer Hilfeleistung kommen eine große Bedeutung zu.

Nach Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten der zu bergenden Personen und eigenen offenen Wunden oder Verletzungen der Haut bei den betreffenden Feuerwehrangehörigen besteht die Möglichkeit zur nachträglichen (postexpositionellen) Impfung, sofern bisher keine prophylaktische aktive Immunisierung gegen den Hepatitis B-Erreger vorgenommen wurde. Dieser postexpositionelle passive Immunisierung sollten Antiköperbestimmungen im Blut durch den behandelnden Arzt vorangegangen sein. Die passive Immunisierung nach erfolgter Infektion wird durch den zuständigen Unfallversicherungsträger (hier FUK) bezahlt, wenn die Erkrankung Folge eines Arbeitsunfalls ist.

Darüber hinaus empfohlene Sofortmaßnahmen nach einer möglichen Kontamination mit potentiell infektiösem Material sind:

•    Eigene Wunden bluten lassen bzw. auch Blutung anregen (dadurch Wunde „spülen“); desinfizieren mit Äthanol 82 Vol% in Kombination mit PVP-Jod

•    Kontakt mit Blut/Körperflüssigkeit auf lädierter Haut: Verunreinigungen grob entfernen, mit Äthanol 82 Vol% in Kombination mit PVP-Jod desinfizieren

•    Spritzer von Blut/Köperflüssigkeiten auf der intakten Haut mit Wasser und Seife abwaschen, mit Äthanol 82 Vol% desinfizieren

•    Spritzer auf die eigenen Schleimhäute (Mund, Nase, Augen): reichlich mit Wasser (oder z. B. mit Destilliertem Wasser) spülen

•    Mögliche Infektion dokumentieren (z. B. im Verbandbuch)

•    Serologische Untersuchung zur Überprüfung des Immunstatus durch Hausarzt oder D-Arzt durchführen lassen

•    Weitere Maßnahmen auf Veranlassung des Arztes vornehmen lassen (z. B. weitere Überwachung des Immunstatus nach 12 Monaten).

Eine Immunisierung eines ausgewählten Personenkreises ist aus der Sicht der FUK eine durchaus sinnvolle Vorsorgemaßnahme zum Schutz der Feuerwehrangehörigen.


11. Herzschrittmacher, Einsatzdiensttauglichkeit

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige ein-gesetzt werden (§ 14 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“). Bei Zweifeln bezüglich der Tauglichkeit ist ein mit den Aufgaben der Feuerwehr vertrauter Arzt hinzu zu ziehen.

Bei der Aufnahme in die Feuerwehr sind die jeweils vorgesehenen Aufgaben des Bewerbers zu berücksichtigen. Erforderlichenfalls sind dem beratenden Arzt entsprechende Hinweise zum ein-geschränkten Aufgabenspektrum zu geben. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der betreffende Bewerber dann u. U. auf Dauer nicht universell für alle feuerwehrdienstlichen Aufgaben einsetzbar ist. Dies muss auch innerhalb der Wehr bekannt sein und umgesetzt werden können.

Darüber hinaus können Personen mit besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten auch als Fach-berater der Feuerwehr aufgenommen werden, wenn sie nicht in den regulären Dienst eingegliedert werden sollen (oder können). Hierüber entscheidet der Wehrführer (§ 1 (7) TVFF).

Zu einem konkreten vorliegenden Fall muss ein Arbeitsmediziner sowie der behandelnde Kardiologe in die Beurteilung der Aufnahmefähigkeit des betreffenden Feuerwehrangehörigen einbezogen werden. Diesen müssen detailliert die Aufgaben, für die der Kamerad vorgesehen ist, aufgelistet werden. Bestätigt der Kardiologe dass „keine Erkrankung oder Veränderung des Herzens oder des Kreislaufs mit erheblicher Einschränkung der Leistungs- oder Regulationsfähigkeit und Blutdruckveränderungen stärkeren Grades vorliegt“ und bestätigt er die Einsatzdienstfähigkeit des Herzschrittmacherpatienten, ist gegen die Einbeziehung des Kameraden nichts einzuwenden.


12. Kleidung

Was ist bei der Beschaffung von Einsatzkleidung für die Feuerwehren zu beachten? (siehe auch Beschaffung von Technik)

Gemäß der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzungsverordnung – PSA-BV) sowie § 29 ff DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ und § 12 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ bestehen Bereitstellungs- und Anwendungspflichten für geeignete PSA durch Aufgabenträger und Feuerwehrangehörige.

Konkretisiert sind diese Forderungen in DGUV Vorschrift 49. Zum Schutz vor den Gefahren des Feuerwehrdienstes bei Ausbildung, Übung und Einsatz sind folgende persönliche Schutzausrüstungen zur Ver-fügung zu stellen:

1.    Feuerwehrschutzanzug

2.    Feuerwehrhelm mit Nackenschutz

3.    Feuerwehrschutzhandschuhe

4.    Feuerwehrschutzschuhwerk.

Die bereit gestellte PSA musste bisher die grundlegenden Anforderungen der bisherigen 8. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (8. GPSGV) als der in deutsches Recht umgesetzten europäischen Richtlinie 89/686/EWG erfüllen. Mittlerweile ist die PSA-Verordnung als europäisches Recht erlassen und unmittelbar in den Mitgliedsländern der EU umzusetzen.

Dies ist z. B. der Fall, wenn PSA nach eigens dazu entwickelten Normen hergestellt sind, dies von einer angemeldeten Stelle durch eine Baumusterprüfung bestätigt und vom Hersteller darauf hin entsprechend Richtlinie 89/686/EWG gekennzeichnet ist.

Geeignete Feuerwehrkleidung herzustellen, die hinsichtlich Tragekomfort und Schutzwirkung für alle Tätigkeiten der Feuerwehr gleichzeitig optimale Eigenschaften bieten, ist technisch kaum möglich und wäre aus Kostengründen nicht sinnvoll. Daher sind für unterschiedliche Einsatzaufgaben und verschiedene Perso-nenkreise auch verschiedene PSA vorzusehen.

Vor der Beschaffung von Feuerwehrkleidung sind mit Hilfe einer Gefährdungsbeurteilung die jeweils zu er-wartenden typischen Gefahren des Feuerwehrdienstes zu ermitteln und daraus Schlussfolgerungen in Be-zug auf die erforderliche Schutzwirkung der PSA, den zu schützenden Personenkreis und die entspre-chenden Betriebsvorschriften zur Anwendung der PSA zu ziehen. Eine Hilfestellung hierfür gibt DGUV In-formation 205-014 „Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung für Einsätze bei der Feuerwehr“.

Eine weitere Hilfestellung bieten die „Hinweise und Empfehlungen zur Ausstattung der öffentlichen Feuer-wehren mit persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere Einsatzbekleidung des Landes Brandenburg“ aus dem Jahr 2011.

Für typische Einsatzbedingungen im Feuerwehrdienst haben die Anforderungen an die Schutzwirkung der dafür erforderlichen PSA bereits ihren Niederschlag in einschlägigen Normen für Feuerwehr-Schutzausrüstungen gefunden. Diese legen Leistungsanforderungen sowie Verfahren zur Überprüfung dieser Leistungsanforderungen am konfektionierten Erzeugnis fest und richten sich somit an Hersteller und Prüfstellen, nicht an die Käufer der PSA. Der Käufer muss sich darauf verlassen, dass sich PSA, die entsprechend den in den Ausschreibungen anzugebenden Normen hergestellt und entsprechend zertifiziert sind, hinsichtlich ihrer Schutzwirkung für den Feuerwehrdienst eignen. Für Feuerwehrkleidung gelten als zutreffende Normen DIN EN 469 (Schutzkleidung für die Feuerwehr – Leis-tungsanforderungen für Schutzkleidung für die Brandbekämpfung) sowie DIN EN ISO 11612 (Schutzkleidung – Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen).

Nähere Angaben zur Konfektion (wie Taschen, Polster, Reißverschlüsse) oder Farbe werden in den Normen nicht vorgegeben. Diese Anforderungen bleiben der Vereinbarung zwischen Käufer und Hersteller überlassen.

In diesem Sinne erlangt die Herstellungs- und Prüfbeschreibung für eine Feuerschutzkleidung (HuPF) Bedeutung. Diese wurde von Fachleuten entwickelt und neuen Erkenntnissen angepasst. Sie dient der Information der Aufgabenträger und Feuerwehren und kann zur näheren Beschreibung der Feuerwehrkleidung beim Einkauf eingesetzt werden. Damit ist dann ist sichergestellt, dass eine für die Belange der Feuerwehr zweckmäßige einheitliche Kleidung für die Feuerwehr beschafft wird, die die Vorgabe der europäischen Norm und somit der PSA-Richtlinie erfüllt und somit über die erforderliche Schutzwirkung im Einsatz verfügt und darüber hinaus den Anforderungen an die Sichtbarkeit im ungesicherten Verkehrsraum genügt.

Eine für den Feuerwehrdienst als Grundschutz geeignete Kleidung ist solche nach DIN EN 469 mit Schutzwirkung nach Schutzstufe 1 oder DIN EN ISO 11612, wie sie z. B. für die Technische Hilfe oder die Brandbekämpfung im Freien angewendet werden kann. Kleidungen nach Schutzstufe 1 oder DIN EN ISO 11612 sind als Mindeststandard persönlicher Schutzkleidung für alle Feuerwehrangehörigen vorzusehen.

Spezielle persönliche Schutzausrüstung ist Kleidung nach DIN EN 469 mit der Schutzstufe 2, die für die Brandbekämpfung in Gebäuden (mit Flash-over-Gefahr) einzusetzen ist. Diese Kleidung nach Schutzstufe 2 soll beim kurzzeitigen Auftreten extremer Temperaturen, wie sie beim Flash-over auftreten können, vor irreversiblen Gesundheitsschäden schützen und ist somit als spezielle Schutzausrüstung von allen Atem-schutzgeräteträgern bei der Innenbrandbekämpfung einzusetzen.

Überkleidung nach HuPF Teile 1 und 4 überschreitet die Mindestanforderungen der Schutzstufe 2 nach DIN EN 469 und stellt hinsichtlich der Schutzwirkung und ihrer Gestaltung eine gute Lösung bei der Suche nach feuerwehrtauglicher Einsatzkleidung für den Innenangriff dar.

Hierbei erfüllen

•    die „Überjacke“ nach HuPF Teil 1 in Kombination mit der „Überhose“ nach Teil 4 (Typ B) oder

•    die „Überjacke“ nach Teil 1 in Kombination mit der „Überhose“ nach Teil 4 (Typ A) kombiniert mit der darunter getragenen einlagigen Feuerwehrhose nach HuPF Teil 2 (Mehrschalenprinzip)

die Anforderungen der Schutzstufe 2 nach DIN EN 469.

Dagegen genügen

•    die „Überhose“ Typ A nach Teil 4 nur die Anforderungen der Schutzstufe 1 nach DIN EN 469 und

•    die Jacke und Hose der Teile 3 und 2 die Anforderungen der DIN EN ISO 11612

und sind somit nur zur Brandbekämpfung im Freien oder für die Technische Hilfe einzusetzen.

Eine durch Flashover belastete Feuerschutzkleidung ist auszusondern. Ebenso ist Kleidung zu ersetzen, die die vom Hersteller vorgegebenen Bedingungen, die die Lebensdauer beeinflussen (z. B. Anzahl von Wäschen oder Lebensdauer), erreicht haben. Diese Bedingungen sind als Lebenslauf der Kleidung während ihrer Nutzung fortwährend zu dokumentieren.

Persönliche Schutzausrüstungen für den Innenangriff sind neben dem CE-Kennzeichen und der Normangabe auch mit dem Feuerwehrpiktogramm nach ISO 7000-2418 zu versehen.


Xf2 : Wärmeübergang - Flamme, Stufe 2 Xr2: Wärmeübergang - Strahlung, Stufe 2 Y2: Wasserdichtigkeit, Stufe 2    

Z2: Wasserdampfdurchgangswiderstand, Stufe 2 

Nach HuPF hergestellte Kleidung muss somit folgende fest durch den Hersteller angebrachte Kennzeichnung enthalten:

 CE-Kennzeichnung

Überjacke und "Überhose" nach HuPF Teile 1 und 2:

Feuerwehrpiktogramm nach ISO 7000-2418 (zusätzlich muss in der "Überhose" Typ A der Hinweis fest angebracht sein: "Die volle Schutzwirkung nach Leistungsstufe 2 wird nur in Kombination mit einer Feuerwehrhose nach HuPF Teil 2 erreicht.")

der Feuerwehrhose und -jacke nach HuPF-Teilen 2 und 3:

Bildzeichen nach ISO 7000-2417

nach HuPF vorgeschriebene Prüfnummer

Für die Durchsetzung der Vorgaben zur Auswahl der geeigneten PSA des Trägers trägt dann vor Ort der Wehrführer bzw. in der Einsatzsituation der Einsatzleiter der Feuerwehr die Verantwortung. 

Wer muss für die Reinigung der Einsatzkleidung der Feuerwehren sorgen?

Gemäß § 12 (1) DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ müssen zum Schutz vor den allgemeinen Gefahren des Feuerwehrdienstes bei Ausbildung, Übung und Einsatz geeignete persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zur Verfügung gestellt werden. Diese sind in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten (§ 29 DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ in Verbindung mit § 2 der PSA-Benutzungsverordnung.

Die PSA-Benutzungs-Verordnung sagt folgendes: „Persönliche Schutzausrüstungen müssen den Beschäftigten individuell passen. Sie sind grundsätzlich für den Gebrauch durch eine Person bestimmt. Erfordern die Umstände eine Benutzung durch verschiedene Beschäftigte, hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Gesundheitsgefahren oder hygienische Probleme nicht auftreten“ (§ 2 (2) PSA-BV). „Durch Wartungs-, Reparatur- und Ersatzmaßnahmen sowie durch ordnungsgemäße Lagerung trägt der Arbeit-geber dafür Sorge, dass die persönlichen Schutzausrüstungen während der gesamten Betriebsdauer gut funktionieren und sich in einem hygienisch einwandfreien Zustand befinden“ (§ 2 (4) PSA-BV).

Sowohl aus hygienischen Gründen als aus Gründen der Gesundheitsbeeinträchtigung durch anhaftende Gefahrstoffe ist seitens des Aufgabenträgers Brandschutz konsequent für die Dekontamination und Rei-nigung der Einsatzkleidung zu sorgen.

Welche Kleidung muss beim Umgang mit der Motorkettensäge getragen werden?

Auch für Arbeiten mit der Motorkettensäge muss der Aufgabenträger Brandschutz ne-ben der geeigneten Technik auch die geeignete persönliche Schutzausrüstung aus-wählen und der Feuerwehr zur Verfügung stellen.

Für den typischen Feuerwehrdienst, bestehend aus Übungs- und Einsatzdienst haben Fachleute von Feuerwehr, Unfallversicherungsträgern und weiteren Gremien ein Hilfsmittel in Form der DGUV Information 205-014 „Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung für Einsätze der Feuerwehr“ entwickelt. Dieses soll die Aufgaben-träger Brandschutz sowie die Feuerwehren bei der Auswahl geeigneter PSA unter-stützen.

Für die technische Hilfeleistung Wald sind folgende PSA empfohlen:

•    Waldarbeiterhelm mit Augen- und Gesichtsschutz aus Gewebe

(optional für kurze Arbeiten Feuerwehrhelm)

•    Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken (TH-Handschuhe)

(für Unterstützer, die sich in unmittelbarer Nähe des Kettensägenführers aufhalten Handschuhe mit Schnittschutz; im Korb der DL auch Oberkörperschutz)

•    Eng anliegende Feuerwehrjacke, möglichst mit Warnwirkung

•    Beinschutz (Schnittschutzhose oder Beinlinge Form C – umlaufender Schnittschutz)

•    Feuerwehrstiefel.

Dennoch sollte der Träger des Brandschutzes im Interesse der Sicherheit seiner Feuerwehrangehörigen auch Schuhe mit Schnittschutz zur Verfügung stellen. Dies hängt auch mit dem Aufgabenspektrum der eigenen Feuerwehren ab: Werden diese auch zu Aufgaben herangezogen, die sonst z. B. ein Bauhof erledigen kann und damit über die Anforderungen nach BbgBKS hinausgehen, sollte die PSA der Feu-erwehrangehörigen vervollständigt werden.

Vorsorglich wollen wir darauf hinweisen, dass Feuerwehrstiefel zu einem meist nur geringfügig höheren Preis angeboten werden, die bereits über eine Schnittschutz-einlage im Spannbereich verfügen. Allerdings werden die Trageeigenschaften derar-tiger Feuerwehrstiefel mitunter nachteilig beeinflusst. Daher sollten Trageversuche an entsprechenden Mustern vor der Beschaffung durchgeführt werden.

Ganz aktuell können wir sogar universelle Schnittschutzgamaschen als Alternative zu Schuhen mit Schnittschutzeinlage empfehlen. Bisher bargen Schnittschutzgama-schen die Gefahr, i mit ihren unter der Sohle verlaufenden Drähten im Unter-holz an Ästen, Wurzeln usw. hängen zu bleiben und dann mit der MKS in der Hand zu stolpern. Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg hatte deshalb bisher vom Einsatz von Schnittschutzgamaschen daher abgeraten.

Seit kurzem gibt es auf dem Markt nun Schnittschutzgamaschen, die sich für die Nutzung bei der Feuerwehr gut eignen: Sie bestehen aus festem Obermaterial (z. B. Leder), das die Schnittschutzwirkung unterstützt. Die Gamaschen umschließen die gesamte Fußoberseite mit Schnittschutzmaterial der Klasse 2 (geeignet für Ketten-geschwindigkeiten bis 24 m/s). Auch der kritische Bereich der Feuerwehrstiefel direkt hinter der Zehenkappe, der bisher bei den Feuerwehrstiefeln mit integriertem Schnittschutz oft nicht den ausreichenden Schutz bot, wird überdeckt. Diese neuen Gamaschen werden unter dem Schuh mit einem sehr fest zu spannenden Riemen gehalten, der die Gefahr des Hängenbleibens am Unterholz erheblich verringert. Die Verschlüsse sind leicht zu betätigen und die Gamaschen sind fest am Schuh fixiert und verrutschen nicht oder lockern sich nicht von selbst. Ski-Schnellverschlüsse haben sich hier bewährt. Die Gamaschen sind meist für viele Schuhgrößen geeignet und damit für viele Einsatzkräfte nutzbar. Der Kauf von Feuerwehrstiefeln mit inte-griertem Schnittschutz ist für die in der Regel nur recht kurzzeitigen Schneidarbeiten damit nicht mehr erforderlich.

Grundsätzlich sind daher Beinlinge oder Schnittschutzhosen, Waldarbeiterhelme und Schnittschutzgamaschen gemeinsam mit den Motorkettensägen auf den Feu-erwehrfahrzeugen zu verlasten.

...

Beim Umgang mit der MKS muss sichergestellt werden, dass weder der MKS-Führer noch andere Personen durch die MKS verletzt werden können. (Schutzziel).

Befinden sich weitere Personen in unmittelbarer Nähe der MKS, wie z. B im Korb einer Drehleiter, müssen sie weiteren Schutz z. B. für Oberkörper und Hände tragen, um sich vor Schnittverletzungen zu schützen. Daher müssen sich auch Be-gleitpersonen im Korb der DL zusätzlich mit Oberkörper- und Handschutz zum Schutz vor Kettensägenschnitten ausrüsten. Halten sich Ausbilder zeitweise auch in unmittelbarer Nähe von auszubildenden MKS-Führern auf, kann es auch für diese Personale angezeigt sein, Schnittschutzkleidung zu tragen.

Die Schnittschutzklasse der Schnittschutzkleidung ist anhand der Kettengeschwindigkeit der MKS auszuwählen.



13. Lärmschwerhörigkeit

Ist ein Feuerwehrangehöriger einsatzdiensttauglich, wenn der Arzt eine G 20-Untauglichkeit feststellt?

Ist ein Feuerwehrangehöriger einsatzdiensttauglich, wenn der Arzt eine G 20-Untauglichkeit feststellt?

Die G 20–Tauglichkeit ist die Bestätigung des ermächtigten Arztes, dass die Eignung eines Probanden für die Tätigkeit am Lärmarbeitsplatz besteht. Bei bestimmten individuellen Indikationen (hierzu gehört nicht ausschließlich nur eine bereits erworbene Schwerhörigkeit) kann der Arzt die-se Eignung versagen. Das kann mitunter gravierende berufliche und persönliche Folgen haben.

Ehrenamtlich tätige freiwillige Feuerwehrleute sind nach bisher vorhandenen Erkenntnissen kei-nem gehörschädigenden Lärm bei ihrer Feuerwehrtätigkeit ausgesetzt. D. h., die zulässige Lärmdosis wird durch Lärmpegel sowie Expositionszeit nicht überschritten. Daher besteht für diese Personengruppe bisher keine Pflicht zur arbeitsmedizinischen Vorsorge nach dem Grundsatz G 20. Damit verlieren sie andererseits nicht automatisch durch Untauglichkeit nach diesem Grundsatz ihre Eignung für den Feuerwehrdienst. Dennoch kann eine hochgradige (ggf. auch ein-seitige) Schwerhörigkeit die Feuerwehrdiensttauglichkeit beeinträchtigen.

Wenn eine Eignung nach G 41 und G 25 bestätigt wird, ist hier bereits durch die innerhalb der G 41 durchgeführten Audiometrie eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit unwahrscheinlich. Dennoch empfehlen wir Ihnen zumindest durch einfache Sprachtests zu überprüfen, ob die Wahrnehmbarkeit von Sprachkommandos und Warnsignalen gewährleistet ist. Dann sollte der Eignung für den Feuerwehrdienst nichts im Wege stehen.


14. Motorkettensäge, Qualifikation der Bediener

Welche Qualifikation ist zum Bedienen der Motorkettensäge für die Feuerwehr erforderlich? Muss ein Motorkettensägenschein vorhanden sein?

Gemäß § 7 (1) DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ ist der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte vom Unternehmer je nach Art der Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Versicherten befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Be-stimmungen und Maßnahmen einzuhalten.

Für den Feuerwehrdienst dürfen nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden (§ 14 DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“). Die fachlichen Voraussetzungen erfüllt, wer für die je-weiligen Aufgaben ausgebildet ist und seine Kenntnisse durch regelmäßige Übungen und erforderlichen-falls durch zusätzliche Aus- und Fortbildung erweitert. Dies gilt insbesondere auch für Motorkettensägenführer.

Aus beiden Vorschriften ergibt sich die Forderung nach einer den jeweiligen Erfordernissen der einzelnen Feuerwehr entsprechenden Ausbildung. Die Erfordernisse sind von den Aufgabenträgern Brandschutz un-ter Berücksichtigung des Aufgabenspektrums jeder Feuerwehr jeweils im Besonderen festzulegen.

Eine Hilfestellung bei der Festlegung von Ausbildungsinhalten gibt DGUV Information 214-059 „Ausbildung für Arbeiten mit der Motorkettensäge und die Durchführung von Baumarbeiten“. Hier sind als Anleitung für Ausbilder mehrere Ausbildungsmodule zum Erwerb unterschiedlicher Befähigungen bei der Bedienung der MKS beschrieben.

Die Forderung nach einem „universellen Motorkettensägenschein“ gibt es so nicht. Als universell ausgebildet kann nur gelten, wer nach allen Modulen der DGUV Information 214-059 ausgebildet ist. Das ist in der Praxis für die Feuerwehr seltener erforderlich.

Das bedeutet, dass der Aufgabenträger Brandschutz bei der Auftragsvergabe zur Ausbildung seiner Feuerwehrangehörigen die konkreten Anforderungen der Feuerwehrpraxis benennen muss. Daraus muss der Ausbilder seine Ausbildungsinhalte zusammenstellen.

Die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg empfiehlt den Trägern des Brandschutzes folgende Vorgehensweise:

•    Ausbildung einer kleinen Zahl Befähigter mindestens nach dem Modul A in allen Wehren, in denen eine MKS vorhanden ist (vermitteln theoretischer Grundkenntnisse (Aufbau MKS, PSA ... ) sowie praktische Arbeiten - Schnittübungen am liegenden Holz und stehenden Schwachholz sowie Fällen von Schwachholz einschl. Zufallbringen hängengebliebener Bäume).

•    Ausbildung weniger Kameraden nach den zusätzlichen Modulen B (Fällen und Aufarbeiten von stärkeren Bäumen und Erkennen und Beurteilen von Spannungen im Holz) und weiteren Modulen. Das stückweise Abtragen von Bäumen aus Arbeitskörben von Drehleitern wird in Modul D behandelt. Bei der Auswahl der auszubildenden Kameraden könnte auch auf bereits ausgebildete Fachleute (z. B. Forstwirte oder Forstwirtschaftsmeister) zurückgegriffen werden. Letztere können sich auch zur selbständigen Ausbildung der MKS-Führer in den Feuerwehren eignen.

•    Genaue Festlegung, zu welchen Arbeiten welche Personengruppe befugt ist (als Anleitung für die Einsatzleiter). Verfahrensweise regeln, wie die Nachalarmierung der Befähigten für kompliziertere Fälle erfolgen soll.

Der Erwerb der Befähigung zum Umgang mit der MKS mit eine Ausbildung nach den alten Modulen 1 bis 5 kann weiterhin als Befähigungsnachweis anerkannt werden. Wichtig ist jedoch, dass in die Feuerwehrausbildungen auch regelmäßige Auffrischungskurse zum Umgang mit der MKS aufgenommen sind.

Der Erwerb der Befähigung zum Umgang mit der MKS mit eine Ausbildung nach den alten Modulen 1 bis 5 kann weiterhin als Befähigungsnachweis anerkannt werden. Wichtig ist jedoch, dass in die Feuer-wehrausbildungen auch regelmäßige Auffrischungskurse zum Umgang mit der MKS aufgenommen sind.

Im Ergebnis der Ausbildung müssen die Ausbilder als die entsprechenden Fachleute im ausgehändigten Zertifikat dem jeweiligen Feuerwehrangehörigen im Einzelnen bestätigen, zu welchen Arbeiten mit der MKS er befähigt wurde. Ein Verweis auf die entsprechenden einzelnen Module aus DGUV Information 214-059 wäre hier hilfreich.

Ist im Zertifikat nicht im einzelnen beschrieben, wozu die ausgebildeten Feuerwehrangehörigen mit dem erfolgreich absolvierten Lehrgang befähigt sind, empfehlen wir, den Ausbilder dazu konkret zu befragen. Mit ihrer Antwort übernehmen die Ausbilder dann auch die fachliche Haftung für das Ergebnis ihres Motorkettensägenlehrganges.

Motorkettensäge, Qualifikation der Ausbilder

Entsprechend ihrer Auswahlverantwortung müssen die Aufgabenträger Brandschutz geeignete Ausbilder mit der Ausbildung beauftragen. Die Eignung kann gegeben sein, wenn die vorgese-henen Ausbilder das notwendige Fachwissen, die erforderlichen Fertigkeiten und über ausrei-chende pädagogische Kenntnisse zur Wissensvermittlung verfügen.

Diese Anforderungen können z. B. erfahrene Forstwirte oder Forstwirtschaftsmeister, Gärtner-meister mit Berufspraxis erfüllen. Die Ausbilder der Module C und D sollen im Besitz der Befähi-gung zum Bedienen von Hubarbeitsbühnen nach DGUV Information 308-008 sein.


15. Schuhe für die Jugendfeuerwehr

Welches Schuhwerk ist für die Jugendfeuerwehr zu beschaffen?

Zum Schutz vor den typischen Gefahren des Feuerwehrdienstes fordert DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ die Bereitstellung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung. Dazu gehören z. B. auch Feuerwehrschutzhandschuhe und das Feuerwehrschutzschuhwerk.

Verantwortlich für die Einschätzung des Risikos von Fußverletzungen ist der Unternehmer – und (in seinem Auftrag) im Einzelfall die jeweilige Führungskraft der Feuerwehr. Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und durchtrittsicherer Sohle sind erforderlich, wenn die entsprechende Gefahren bei entsprechendem Risiko (charakterisiert durch best. Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Schadens und dem Ausmaß der Verletzung) zu erwarten sind.

Muss nicht damit gerechnet werden, dass Angehörige der Jugendfeuerwehr Gefahren durch herabfallende Gegenstände und /oder Gefahren durch Hineintreten in spitze oder scharfe Gegenstände auch unter Berücksichtigung ihres Ausbildungsstandes und den damit verbundenen Tätigkeiten ausgesetzt sind, genügt aus der Sicht der FUK auch im Hinblick auf das Unfallgeschehen bei den Jugendfeuerwehren des Landes Brandenburg der Einsatz von festem, möglichst knöchelhohem Schuhwerk mit rutschfester profilierter Sohle und Absatz, das dem Fuß hin-reichend Halt bietet. Leichte Freizeitschuhe aus Stoff, Sandalen oder ähnliche leichte Schuhe sind für den Feuerwehrdienst der Jugendfeuerwehr ungeeignet.

Um eine Auswahl bezüglich geeigneter Schuhe für die JF zu treffen ist es notwendig, ein Schutzziel vorzugeben, das einzuhalten in der Entscheidung und Prüfung des Aufgabenträgers Brandschutz liegt. Das Ziel muss sein, dass

- die Schuhe genügend Halt bieten (dazu sollen sie knöchelhoch und fest sein)

- die Schuhe nicht zu glatt sind (dazu soll eine profilierte Sohle mit Absatz dienen).

Im übrigen gibt auch die Wettbewerbsordnung der Jugendfeuerwehren des Landes Brandenburg einen Hinweis auf mögliches Schuhwerk für Jugendfeuerwehrleute, die mit Löschtechnik umge-hen: Hier ist festes Schuhwerk aus Leder angegeben. Diese Anforderung ist mit der FUK abgestimmt.

Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass aufgrund des natürlichen Größenwachstums der Kinder und Jugendlichen das Schuhwerk entsprechend oft getauscht werden muss und das bereits erwähnte geringe Unfallgeschehen dies zulässt und somit die Nutzung von Feuerwehrschuhwerk nicht vorgeschrieben wird.


.
Elektronische Unfallanzeige
D-Arzt Suche
Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung

Die Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung: 0800 6050404. [mehr erfahren]